Klara Voss wächst in einem Umfeld auf, in dem Schweigen mehr bedeutet als Worte. Ihr Vater, Jurist mit Vergangenheit an der Juristischen Hochschule Potsdam, hinterlässt Spuren, die sie erst Jahre später versteht. Früh lernt sie, dass Systeme nicht durch Regeln funktionieren, sondern durch das, was sie verschweigen. Diese Sensibilität für Muster, Lücken und Wiederholungen prägt ihr Denken und macht sie für andere interessant. Während ihres Studiums der Wirtschaftsinformatik in Dresden begegnet Klara Menschen, die ihre analytische Begabung erkennen: ihrem Doktorvater, seinem Sohn Frank vom Militärischen Abschirmdienst und später Ausbildern der NATO Führungsakademie in Oslo. Was als akademische Neugier beginnt, führt sie in eine Welt, in der Muster nicht nur analysiert, sondern bewertet werden und in der jede Entscheidung eine ethische Dimension hat. Klara lernt, Bewegungen zu lesen, Stille zu deuten und Algorithmen zu schreiben, die Unsichtbares sichtbar machen. Doch je tiefer sie in diese Strukturen eintaucht, desto stärker spürt sie die Gefahr, selbst zu einem Muster zu werden. In Oslo trifft sie auf Lea, eine junge Frau mit unklarer Herkunft und ungewöhnlicher Geschwindigkeit im Denken. Zwischen beiden entsteht eine Verbindung, die zugleich intellektuell, persönlich und rätselhaft ist. Gespräche über Recht und Unrecht, Verantwortung und Wahrnehmung öffnen Räume, die Klara nicht mehr schließen kann. Während die Ausbildung voranschreitet, verdichten sich Fragen nach Loyalität, Identität und der Grenze zwischen Analyse und Manipulation. Der Roman führt tief in die Mechanismen moderner Informationssysteme, ohne technische Faszination mit moralischer Blindheit zu verwechseln. Klara erkennt, dass Muster nicht neutral sind sie sind Entscheidungen. Und jede Entscheidung hat Konsequenzen. Klara im Schatten der Wahrheit erzählt von einer Frau, die lernt, die Welt zu lesen und dabei herausfindet, dass das gefährlichste Muster das ist, das man in sich selbst entdeckt.
Ulrich E. Schonach, geboren 1956, ist Autor und technischer Architekt aus Leipzig. Seit den 1970er Jahren arbeitet er in der IT und verbindet dieses Wissen mit einer literarischen Auseinandersetzung über Muster, Kontrolle und die Grenzen digitaler Systeme. Seine Romane zeichnen sich durch psychologische Tiefe, klare Struktur und eine reflektierte Darstellung moderner Informationswelten aus. Klara im Schatten der Wahrheit ist der zweite Teil seiner Trilogie über Wahrheit und Selbsttäuschung.
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