Wenn Erinnerungen stärker sind als die Zeit: Eine bewegende Reise in die verdrängte Vergangenheit einer deutsch-jüdischen Familie.
Hamburg 1990. Mit achtzig Jahren möchte Johanna Grünberg an den Ort zurück, der ihr Leben für immer geprägt hat. Sie hat Sehnsucht nach "ihrem" Schwerin. Die Vorbereitung ihrer Reise wird zur Konfrontation mit Erinnerungen, die sie jahrzehntelang verschlossen hielt.
Als junge Frau erlebt Johanna dort Glück, Liebe, Mutterschaft und ihren Beruf als Hebamme – bis der Nationalsozialismus ihr Leben immer enger umschließt. Die nun als Blutschande geltende Ehe mit einem Mann aus jüdischer Familie, die Sorge um ihre gemeinsamen Kinder und der tägliche Kampf ums Überleben bestimmen ihren Alltag.
Zwischen Angst, Schuld und Verantwortung versucht Johanna verzweifelt, ihre Familie zu schützen – bis zu ihrer Flucht im Jahr 1945 nach Hamburg. Die traumatische Vergangenheit wirkt nach, auch Jahrzehnte später, über Generationen hinweg.
Dieser Roman erzählt eindringlich von weiblicher Stärke, transgenerationalem Trauma und der leisen Hoffnung auf Versöhnung. Kann man Frieden finden, wenn man sich der Wahrheit stellt?
Anja Handrich-Haack ist 1974 in Leverkusen geboren und lebt seit über 20 Jahren mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein an der Ostsee. Sie ist Hebamme und hat sich früh mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt, da es in ihrer Ursprungsfamilie starke Traumatisierungen aus dieser Zeit gab. Welche Traumen sind von Generation zu Generation weitergegeben worden, welche Rollen hatten die Hebammen zu dieser Zeit? Diese und weitere Fragen ergaben den Wunsch, sich das "von der Seele zu schreiben" - immer auch mit dem Impuls, dass eigene Vergebung und Versöhnung mit sich selbst möglich sind.
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