Schlagworte: Geschichte des jesidischen Volkes, Jesidische Religion und Kultur, Eziden Yeziden, Lalisch und Tawusi Melek, Verfolgung und Genozid an den Jesiden
Wer ist das jesidische Volk, und wie konnte es trotz jahrhundertelanger Verfolgung, Vertreibung und Zerstörung seiner Dörfer und Heiligtümer seinen Glauben, seine Erinnerung und seine Identität bis heute bewahren?
"Jesiden - Erben Mesopotamiens" nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine historische und religiöse Reise, die bei den Kulturen Sumers, Akkads, Babyloniens und Assyriens beginnt und über die Hurriter, Mitanni und Kassiten bis zu den dasinischen Fürstentümern und zur jüngeren Geschichte des jesidischen Volkes führt.
Auf Grundlage historischer und keilschriftlicher Quellen, alter Handschriften, Reiseberichte sowie mündlich überlieferter religiöser Texte untersucht das Buch die geschichtlichen und kulturellen Verbindungen zwischen den alten Kulturen Mesopotamiens und dem heutigen jesidischen Erbe. Behandelt werden unter anderem die Ezida-Tempel, das jesidische Neujahrsfest, Tawusi Melek, Lalisch, Scheich Adi, religiöse Überlieferungen, gesellschaftliche Strukturen und bedeutende Persönlichkeiten.
Zugleich dokumentiert das Werk Verfolgungen, Feldzüge und Fermane und betrachtet diese Ereignisse nicht ausschließlich aus der Perspektive damaliger Machthaber und fremder Reisender, sondern auch aus der überlieferten Sicht des jesidischen Volkes. Das Buch versteht sich als Beitrag zur Bewahrung einer bedrohten Erinnerung und zur weiteren Erforschung der historischen und geistigen Wurzeln des jesidischen Volkes.
Abdelaziz Hussein Abdallah Mamusy, geboren 1949 im Irak, absolvierte unter anderem das Institut für Grundbildung, das Institut für Erwachsenenbildung sowie ein Studium der englischen Sprache und Übersetzung an der Universität Mosul. Er war 25 Jahre im Bildungswesen tätig und widmet sich seit 1980 intensiv der Geschichte, Religion und Überlieferung des jesidischen Volkes. Seine langjährigen Forschungen führten ihn in zahlreiche Bibliotheken im Irak und in Jordanien sowie zu arabischen, kurdischen, türkischen und europäischen Quellen. Als langjähriges Mitglied des Obersten Religionsrates des jesidischen Volkes konnte er sich zudem eingehend mit religiösen Überlieferungen, Glaubensaussagen und mündlich bewahrtem Wissen beschäftigen. Sein Anliegen ist es, dieses kulturelle und religiöse Erbe zu dokumentieren und für kommende Generationen zu bewahren.
Farzad Mamusy
Dipl.-Ing. Farzad Mamusy wurde 1991 in Scheikhan im Irak geboren und lebt seit seiner Jugend in Österreich. Er studierte Technische Chemie an der Johannes Kepler Universität Linz und schloss sein Studium mit einem Masterabschluss im Bereich der organischen und katalytischen Chemie ab. Anschließend setzte er seine wissenschaftliche Ausbildung im Rahmen eines Doktoratsstudiums an der Technischen Universität Dortmund fort. Sein besonderes Interesse gilt der Geschichte, Religion und kulturellen Identität des jesidischen Volkes. Gemeinsam mit seinem Vater Abdelaziz Hussein Abdallah Mamusy arbeitete er an der Recherche, Prüfung, Strukturierung und Ausarbeitung dieses Buches. Dabei verbindet er wissenschaftliches Arbeiten mit dem persönlichen Anliegen, das historische und religiöse Erbe des jesidischen Volkes zu dokumentieren und langfristig zu erhalten.
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