Der Erzähler ist jemand, den wir kennen. Aufgewachsen im Schatten des Kalten Krieges, stand er als Neunzehnjähriger vor der fallenden Mauer und glaubte, wie viele seiner Generation, dass jetzt alles besser werden würde. Es wurde anders. Nicht schlechter von Anfang an. Aber leiser. Und dann, fast unmerklich, weniger frei.
Jahrgang 1970 erzählt die Geschichte dieser Generation, durch einen fiktiven Erzähler, entlang realer Fakten. Die historischen Ereignisse sind dokumentiert. Die psychologischen Experimente haben stattgefunden. Die politischen Entwicklungen, von Guantanamo über die Finanzkrise bis zu Corona und den neuen moralischen Tabus unserer Zeit, sind belegbar. Was der Erzähler erlebt, ist erfunden. Was er dabei entdeckt, ist wahr.
Seine Spurensuche führt zu einer unbequemen These: Der Westen büßte seine Disziplin nicht durch äußere Feinde ein. Sie schwand vielmehr, weil sich der äußere Gegner auflöste. Der 11. September schließlich öffnete die Tür für alles, was folgte.
Psychologen und Historiker hatten es lange beschrieben. Wir hatten es nur vergessen.
Ein Buch über das, was passiert, wenn eine Gesellschaft aufhört, sich selbst zu misstrauen.
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