Manchmal ist die Frage Wie geht es dir? erstaunlich schwer zu beantworten.
Nicht, weil wir nichts fühlen. Vielleicht gerade weil zu viel gleichzeitig da ist.
Freude über einen besonderen Moment. Traurigkeit über einen Verlust. Stolz und Wehmut. Nähe und der Wunsch, für einen Augenblick allein zu sein. Ein Lachen mitten in einem schweren Moment und kurz darauf die Frage, ob das eigentlich sein darf.
Ich weiß gerade nicht, was ich fühle beginnt mit einem Tag, an dem vieles zusammenkommt, das eigentlich nicht zusammenzupassen scheint. Zwei Kinder starten in ein neues Schuljahr. Ein geliebtes Tier stirbt. Die Erinnerung an ein verstorbenes Kind wird plötzlich wieder nah. Und während Freude, Trauer, Abschied und ganz gewöhnlicher Familienalltag nebeneinanderstehen, läuft das Leben einfach weiter.
Nick Meyer nimmt diesen Tag zum Ausgangspunkt für eine persönliche Suche: Warum wollen wir unser Erleben so gern eindeutig machen? Was geschieht, wenn ein Wort nicht reicht? Welche Rolle spielt Sprache dabei, wie wir uns selbst verstehen? Und was verändert sich, wenn wir nicht sofort versuchen, jedes Gefühl zu erklären, einzuordnen oder aufzulösen?
Dabei begegnen persönliche Erfahrung und psychologische Gedanken einander, ohne dass daraus eine Methode werden soll. Es geht nicht darum, am Ende die richtige Antwort auf die Frage zu finden, was wir fühlen.
Vielleicht geht es zunächst nur darum, genauer hinzusehen.
Und zu entdecken, was geschieht, wenn mehr als eine Antwort gleichzeitig wahr sein darf.
Nick Meyer lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und mehreren Tieren in Brandenburg. Familie, Haus, Garten und das gemeinsame Leben darum herum nehmen heute einen großen Teil seines Alltags ein.
Beruflich beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Menschen, Kommunikation, Entwicklung und der Frage, was uns hilft, uns selbst und andere etwas genauer zu verstehen. Er arbeitet als Coach, Trainer und Autor und verbindet dabei psychologische Perspektiven mit einem besonderen Interesse an Sprache, Beziehung und den oft widersprüchlichen Erfahrungen des wirklichen Lebens.
In seinen Büchern versucht er nicht, Menschen möglichst schnell zu erklären oder ihnen die nächste Methode an die Hand zu geben. Ihn interessiert vielmehr, was sichtbar wird, wenn wir einen Moment länger hinschauen und auch dort neugierig bleiben, wo etwas nicht sofort eindeutig wird.
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