Was bleibt von einem Leben, wenn das Land, in dem es begonnen hat, plötzlich nicht mehr existiert?
Jörg Polster wächst in der DDR auf. Schule, Ausbildung, drei Jahre bei den Grenztruppen und ein Studium der Staatswissenschaften prägen seine jungen Jahre. Dann kommt die Wende - und aus Gewissheiten wird innerhalb weniger Monate Geschichte.
Es beginnt ein Leben im Umbruch. Neue Freiheiten und neue Chancen treffen auf Unsicherheit, berufliche Neuanfänge und die Erfahrung, dass nicht alles, was vorher selbstverständlich war, danach noch zählt. Polster erlebt den Aufbau der neuen Verwaltung, Gemeinschaft und Liebe, aber auch schwierige Führung, verlorenes Vertrauen und persönliche Grenzerfahrungen.
Doch "Ich bin geblieben" erzählt mehr als eine Lebensgeschichte. Aus persönlichen Erinnerungen entsteht die Frage, was der Umbruch mit den Menschen im Osten gemacht hat. Warum spielen Würde, Anerkennung und Vertrauen bis heute eine so große Rolle? Woher kommen Enttäuschung und politische Wut? Und lässt sich ostdeutsches Wahlverhalten verstehen, ohne es zu entschuldigen?
Ein persönlicher und nachdenklicher Blick auf die deutsche Einheit - ohne Verklärung der DDR, ohne Abrechnung mit dem Westen und mit dem Wunsch, einander besser zu verstehen.
Jörg Polster, Jahrgang 1964, wuchs in der DDR auf. Nach einer Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur mit Spezialisierung Kältetechnik und drei Jahren bei den Grenztruppen der DDR studierte er von 1987 bis 1990 Verwaltungswissenschaften . Den politischen Umbruch und die deutsche Wiedervereinigung erlebte er damit unmittelbar während seines Studiums und beim anschließenden Einstieg in die öffentliche Verwaltung.
Seit 1990 ist er in unterschiedlichen Bereichen der Kommunal- und Landesverwaltung tätig und erlebte den Aufbau sowie zahlreiche Veränderungen der Verwaltung in Sachsen-Anhalt aus eigener Anschauung. Seit vielen Jahren vermittelt er zudem Wissen in der Aus- und Fortbildung des Landes.
Als Autor beschäftigt sich Jörg Polster neben belletristischen Stoffen immer wieder mit gesellschaftlichen und menschlichen Themen. In "Ich bin geblieben - Eine ostdeutsche Lebensgeschichte. Über Erinnerungen, Wandel und die deutsche Einheit" verbindet er persönliche Erinnerungen mit einem nachdenklichen Blick auf die Erfahrungen Ostdeutschlands nach 1990. Dabei geht es ihm nicht um eine Abrechnung und ebenso wenig um nostalgische Verklärung, sondern um die Frage, wie Lebensgeschichte, Umbruch und gesellschaftliche Erfahrungen bis heute Denken und Empfinden prägen.
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