Hobbes

Leben und Lehre

Ferdinand Tönnies

Geistes-, Sozial- & Kulturwissenschaften

Hardcover

200 Seiten

ISBN-13: 9783966624794

Verlag: Boer

Erscheinungsdatum: 18.03.2025

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Klassiker der Soziologie, Geschichte der Philosophie, Staat und Recht, Große Denker, englische Staatsphilosophie

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Die historische Bedeutung des Denkers, über den diese Schrift Bericht erstattet, zu verdunkeln, ist nicht eigentlich die Absicht seiner leidenschaftlichen Gegner gewesen; diese haben aber erreicht, daß in seinem Heimatlande es gewissermaßen zur Bildung gehört, einen Schriftsteller nicht zu lesen, den Macaulay den lichtvollsten genannt hat von allen, die je in englischer Sprache schrieben, und dessen nie ein Kenner des Schrifttums erwähnen konnte, ohne die Schärfe seiner Gedanken, die Energie und Bündigkeit seines Stiles hoch zu preisen. Trotzdem bleibt er literarisch deklassiert; die spitzen Ellbogen der Respektabilität haben ihn von sich gestoßen. Andere Ursachen hat die Verschüttung seiner Philosophie. Wenn auch die in England herkömmliche und von dort übernommene Vergötterung Bacons daran mitschuldig ist, so bleibt doch Hauptursache der Umstand, daß es eine eigentliche Forschung in der Geschichte der neueren Philosophie bis in die jüngste Zeit nicht gegeben hat. Solcher hätte nie entgehen können, daß diese Geschichte von der Geschichte der Wissenschaften unablösbar ist und daß in der Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens aus dem theologischen Denken, und gegen dieses, Hobbes als ein vielseitiger und radikaler Kritiker überlieferter Begriffe die Epoche mitbegründet, in der wir noch mitten inne stehen. Weil dieser Grundzug nicht hinlänglich erkannt wurde, so hat man auch die Politik des Hobbes, die wenigstens seinen Namen lebendig erhielt, teils als bloßes Kuriosum nicht verstanden, teils mit dem ganzen unverstandenen »Naturrecht« für abgetan erachtet. In Wahrheit handelt es sich auch hier um die Einführung des Rationalismus, d. h. wissenschaftlicher Prinzipien.
Ferdinand Tönnies

Ferdinand Tönnies

Ferdinand Tönnies (1855-1936), deutscher Soziologe, Nationalökonom und Philosoph, wurde mit seinem 1887 erschienenen Hauptwerk »Gemeinschaft und Gesellschaft« zum Begründer der Soziologie in Deutschland. Schon als Schüler war er Korrekturgehilfe des Dichters Theodor Storm, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Bereits mit 16 Jahren machte er Abitur in Husum, mit 22 Jahren wurde er mit einem philologischen Thema in Tübingen promoviert. Im Alter von 25 Jahren habilitierte er sich mit einer Arbeit über Leben und Werk des Thomas Hobbes an der Universität zu Kiel. Dieser Universität blieb er zeitlebens als Hochschullehrer verbunden, anfangs 27 Jahre als Privatdozent, weil die Ernennung zum Professor von der preußischen Kultusbürokratie blockiert wurde. Von 1909 bis 1933 war Tönnies Professor in Kiel, seit 1916 als Emeritus. 1921 übernahm er einen Lehrauftrag für Soziologie, der 1933 mit seiner Entlassung aus dem Beamtenverhältnis durch die nationalsozialistischen Machthaber endete. Zudem war er von 1909 bis 1933 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. In der Weimarer Republik war Tönnies die repräsentative Figur der deutschen Soziologie, sein Buch »Gemeinschaft und Gesellschaft« wurde zum Bestseller. Der von ihm erarbeitete Gemeinschaftsbegriff wurde jedoch von Jugendbewegung und Nationalsozialisten mißbräuchlich verwendet und mit der Bezeichnung Volksgemeinschaft verfälscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es in der deutschen Soziologie still um Tönnies. Erst ab 1980 schuf die Kieler Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft neue Perspektiven der wissenschaftlichen Beschäftigung mit ihrem Namensgeber.

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