In politisch instabilen Zeiten hat sich Wolf einer verantwortungsvollen Tätigkeit verschrieben, die das Wohl Siebenbergens sichern soll. Da er sich in seiner Rolle unabkömmlich fühlt, lehnt er es ab, für den erkrankten Hexenmeister Fitcher ein Heilmittel aus dem Ausland zu beschaffen. Erst als die königliche Garde einen sechsfachen Geißenmord neu aufrollt, nimmt er den Auftrag an, um sich aus der Schusslinie von Leutnant Lenz zu bringen. Wolf verschlägt es nach Worms, die Hauptstadt des Burgundenreichs, wo ihn Königin Brunhild mit Misstrauen empfängt. Sie will ihm die Arznei nur dann aushändigen, wenn er in einem Dreikampf gegen sie gewinnt. Wolf weiß, dass seine Chancen denkbar schlecht stehen. Lediglich dem Helden Siegfried ist es gelungen, Brunhild eine Niederlage zuzufügen. Dafür schöpft er in einer anderen Sache Hoffnung: Der junge Geiselher könnte ihm helfen, das Geißenmassaker rückwirkend ungeschehen zu machen. Ein Erfolg dieses Unterfangens ist freilich ungewiss, denn das Bestreben des Jünglings, endlich seine Unschuld zu verlieren, scheint absoluten Vorrang zu genießen.
Der 1964 geborene Autor lebt und arbeitet in Wien. Nachdem er 20 Jahre lang als grundsolider Angestellter in der Privatwirtschaft sein Brot verdient hatte, beschloss er 2005, sich vornehmlich dem Schreiben zu widmen. Freunde kennen ihn als verlässlich, korrekt und zurückhaltend, was ihn von seinen Protagonisten deutlich unterscheidet. Die zeigen allesamt wenig Hemmungen, ihre dunkelsten Abgründe auszuleben. Neben seiner Autorentätigkeit wirkt Robert Pucher seit 2015 auch als Designer. Dabei entstehen hauptsächlich Muster für Stoffe, Tapeten und alles, was nach einer kreativen Gestaltung schreit. Und vieles schreit. Man muss nur genau hinhören.
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