Was bleibt von einer Familie, wenn eine Tür zugeschlagen wird und danach nur noch Schweigen herrscht?
Der Vater erinnert sich an einen Jungen, der einst die Bäume berührte, nach dem Wind, der Sonne und dem Mond fragte und voller Neugier auf sein Leben zuging. Viele Jahre später steht derselbe Vater vor einer verschlossenen Tür und begreift, dass selbst die Liebe zu einem Kind nicht immer genügt, um den erwachsenen Sohn noch zu erreichen.
Auf der Suche nach Antworten kehrt er in seine eigene Kindheit zurück: zu einem strengen Vater, zu alten Ängsten und zu einem verlorenen Schlüssel, der längst wiedergefunden wurde und dennoch bis heute eine verschlossene Pforte in seiner Seele berührt.
Sind seine beiden Söhne Narzissten, oder tragen sie Verletzungen in sich, für die ihnen selbst die Worte fehlen? Wo endet die Verantwortung eines Vaters, und wann beginnt sein Recht, Grenzen zu setzen, ohne zu hassen?
"Mein Sohn und das Schweigen" ist keine Abrechnung und keine Anklage, sondern die persönliche Geschichte eines Vaters, der zwischen Erinnerung, Wut, Krankheit, Hoffnung und Loslassen nach einem ehrlichen Weg sucht.
Denn hinter jeder verschlossenen Tür könnte noch immer ein Schlüssel liegen.
Matthias Hartje lebt mit seiner Frau in Berlin. Er ist Autor, Lyriker und Maler und hat im Laufe vieler Jahre mehr als neunhundert Aquarelle geschaffen.
In seinen Büchern beschäftigt er sich mit Erinnerung, Familie, Krankheit, Verletzlichkeit und der Frage, wie ein Denker trotz schmerzhafter Erfahrungen seine Hoffnung bewahren kann. Auch seine langjährige Arbeit mit demenzerkrankten Denkern hat seinen Blick auf Würde, Nähe und Verantwortung gegenüber anderen geprägt.
Mit diesem Buch versucht Matthias Hartje, familiäres Schweigen zu verstehen, Grenzen anzuerkennen und dennoch die Tür zur Versöhnung nicht endgültig zu verschließen.
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