Wer ist der Beste? Im himmlischen Musikzimmer ziehen die Klassik-Heroen übereinander her. Mozart wird Häppchen-Musik attestiert, Wagners bombastischer Ring als Geiselnahme des Publikums geschmäht oder aber die mißgünstigen Kollegen lästern über Brahms Schreibblockade. Hans-Helmut Götte läßt die alten Meister aber auch über die Jetzt-Zeit staunen: Was erlebt Verdi auf einer Aida-Kreuzfahrt, wie erträgt Bizet den Stau am Carmener Kreuz und warum ruft Johann Pachelbel immer wieder: Das ist von mir!, wenn er Pop-Songs hört? An anderer Stelle wird endlich aufgedeckt, wie viel eitler Streit in einem Chor auch hinter einer musikalischen Klangfläche reinster Schönheit toben kann. Die hochnäsige Sopranistin, die die anderen Stimmlagen als bloße Begleitung verachtet, während sich die Tenöre als Hauptattraktion und die Bässe als das Fundament des Klangkörpers wähnen. Und die verkniffene Kritikerin in der zweiten Reihe wittert hinter perfekter Harmonie nur exzessives Proben ohne befreiende Patzer. Es sind 9 kleine Geschichten und einige Limericks satirischer Tonalität, die dem Musikgenuss eine weitere Farbe hinzufügen.
Hans-Helmut Götte, Jahrgang 1955, veröffentlicht nach Der Aufstand der Noten und Dirig-Enten und ihre Sänger mit Herr Dur und Frau Moll sein drittes Büchlein mit lustigen musikalischen Geschichten. Er sang viele Jahre in guten klassischen Chören mit anspruchsvoller Musik. Als Laiensänger schaffte er es bis auf die Bretter der Dortmunder Opernbühne. Besonders verbunden war Götte dem Märkischen Motettenkreis Iserlohn, mit dem er in bedeutenden Kirchen wie dem Berliner Dom, dem Hamburger Michel und der Dresdner Frauenkirche konzertierte. Seine Sangestätigkeit stellte er noch vor der Coronazeit mit Aufführungen in der Leipziger Thomaskirche ein. Götte ist seit 1980 verheiratet, hat zwei Söhne und lebt mit seiner Frau in Bergkamen.
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