Ein ganz normaler Montagmorgen, drückende Sommerhitze, das übliche Sommerloch in der Redaktion der Münchner Abendzeitung. Reporter Peter, bekannt für seinen bissigen Zynismus, langweilt sich zu Tode - bis eine E-Mail in seinem Postfach aufblinkt: Absender "Happy Email@Jesus.de". Halb aus Übermut, halb aus Frust antwortet Peter im Spott - und bekommt eine Antwort, die ihm den kalten Schauer über den Rücken jagt.
Was als schlechter Scherz beginnt, entwickelt sich zu einem Interview der ungewöhnlichsten Art: Peter trifft auf Jesus - nicht als fromme Erscheinung, sondern als Gesprächspartner, der sich Widerrede, Ironie und unbequeme Fragen gefallen lässt. Zwischen Zweifel und Staunen entspinnt sich ein Dialog über die großen und kleinen Fragen des Glaubens: Was ist Liebe? Warum lässt Gott das Leid zu? Gibt es den Teufel wirklich? Was hat es mit Paradies und Erbschuld auf sich? Und was, wenn ausgerechnet ein Zyniker wie Peter der Richtige für diese Botschaft ist?
Während im Hintergrund die Zeit drängt - der Chefredakteur will die Geschichte bis Sonntagabend für die Montagsausgabe -, wird aus dem vermeintlichen Scoop etwas viel Persönlicheres: Peter muss sich alten Konflikten stellen, etwa mit seinem Bruder Max, und der Frage, was ihn eigentlich antreibt. Pater Ralf, sein Ansprechpartner in Glaubensfragen, wird zum stillen Begleiter dieser Tage, die Peters Leben und Weltbild gehörig durcheinanderwirbeln.
"Email von Jesus" ist eine warmherzige, humorvolle und zugleich tiefgründige Novelle über Glauben, Zweifel und die Sehnsucht nach Sinn - erzählt mit spitzer Feder und einem Augenzwinkern, das nie respektlos wird. Für alle, die spirituelle Fragen lieber im Dialog als in der Predigt mögen, und für jeden, der sich schon einmal gefragt hat, was er täte, bekäme er eine Nachricht von ganz oben.
Elmar Gregor Pfaff ist ein bekennendes Landei aus dem Odenwald, aufgewachsen zwischen fünf Schwestern und vier Brüdern - Einzelgänger war da nie eine Option. Beruflich hat er sich durch verschiedene Branchen probiert, bevor er dort ankam, wo er heute zufrieden ist: im sozialen Bereich, im Umgang mit alten Menschen. Daneben ist er künstlerisch kreativ unterwegs und versteht sich als gesellschaftskritischer Freidenker - offen, tolerant, ein bisschen retro, old school eben. Seine Grundhaltung beschreibt er selbst am liebsten mit einem Widerspruch, der gar keiner ist: gottesfürchtiger Atheist. "Email von Jesus" ist die literarische Konsequenz aus genau dieser Mischung aus Zweifel, Respekt und Humor.
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