Warum legen wir das Handy nicht weg - obwohl wir es längst wollen? Die ehrlichste Antwort ist unbequem: nicht, weil mit unserem Gehirn etwas nicht stimmt. Sondern weil alles stimmt. Unser Kopf ist kein Pannenfall der Moderne, sondern ein Meisterwerk der Steinzeit. Über Jahrmillionen wurde er darauf trainiert, sofort hinzuschauen: bei Gefahr, beim Status, bei der leisen Frage: "Bin ich noch dabei?" Diese uralten Reflexe haben uns das Überleben gesichert. Heute sind sie das Einfallstor. Denn genau dort setzen Plattformen, Feeds und Algorithmen an. Sie knacken kein Schloss- sie benutzen den Schlüssel, den die Evolution uns mitgegeben hat. Was uns einst rettete, hält uns heute am Bildschirm. "Hacking Homo Sapiens" zeigt, wie dieser Trick funktioniert: warum manche Inhalte uns nicht mehr loslassen, warum Empörung sich verbreitet wie ein Lauffeuer, warum ein Like, ein Kommentar, ein kurzes Video tiefer greifen, als uns lieb ist- und warum reine Disziplin gegen ein paar Millionen Jahre Programmierung selten gewinnt. Doch das hier ist keine Abrechnung mit der Technik und kein erhobener Zeigefinger. Es ist eine Einladung zur Medienreife. Denn sobald du verstehst, wie der Trick funktioniert, verliert er seine Macht. Du gewinnst Abstand. Und mit dem Abstand kommt etwas zurück, das wir fast verlernt haben: selbst zu entscheiden, was wir an uns heranlassen. Ein klares, lebendiges Sachbuch über Evolution, Psychologie und die Maschinen, die unsere Aufmerksamkeit ernten - und über die Frage, wie wir in einer Welt voller Reize wieder ans Steuer kommen.
Christof Bechtiger ist Schweizer Autor. Was Menschen antreibt - und wie unser über Jahrmillionen geformtes Gehirn auf eine Welt voller Bildschirme reagiert -, beschäftigt ihn seit Langem. «Hacking Homo Sapiens» ist sein fünftes Buch; darin verbindet er Evolution, Psychologie und einen nüchternen Blick auf die Aufmerksamkeitsindustrie - kein erhobener Zeigefinger, sondern eine Einladung zur Medienreife.
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