Geschlechtsspezifische und -typische Dimensionen des Musiklernens und -lehrens

Geschlechtsspezifische und -typische Dimensionen des Musiklernens und -lehrens

Ein Forschungsbericht

Barbara Butz

Schule & Lernen

Paperback

84 Seiten

ISBN-13: 9783838670591

Verlag: Diplom.de

Erscheinungsdatum: 29.07.2003

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Gender, Studies, Instrumentenwahl, komponieren

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Inhaltsangabe:Einleitung: 
„Brave Mädchen kommen deswegen in den Himmel, weil sie gelernt haben, sich selbst daran zu hindern, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mädchen, die Spaß haben wollen, sind die bösen Mädchen. Böse Mädchen gehen souverän damit um, dass andere hin und wieder böse auf sie sind, weil sie nicht tun, was man von ihnen erwartet, beispielsweise nachgeben. Oder weil sie tun, was man nicht von ihnen erwartet, beispielsweise an sich selbst denken“ (Ute Ehrhardt 1994). 
Dieser Beginn meiner Arbeit mag recht provokativ wirken, aber genau dieses Phänomen hat mich dazu bewegt, der Unterschiedlichkeit von Jungen und Mädchen, von Männern und Frauen, näher auf den Grund zu gehen. Besonders interessant schien mir dies auf dem Gebiet des Musiklernens zu sein, da sich mir aufgrund bestimmter Phänomene verschiedene Frage stellten. Wie kommt es zur sichtbaren Dominanz von Männern in heutigen Orchestern, obwohl es keine offiziellen Restriktionen mehr gegen Frauen gibt? Wie lässt sich dies vereinbaren mit der Tatsache, dass das zahlenmäßige Verhältnis von Musikstudenten/-innen qua Geschlecht weitgehend ausgeglichen ist, an Musikschulen gar deutlich mehr Mädchen als Jungen unterrichtet werden? 
Abgesehen von diesen trivialen Feststellungen habe ich mir die Frage gestellt, ob geschlechtstypische Verhaltensweisen und Eigenarten einen Einfluss auf Musiklernen darstellen. Was sind sie überhaupt, diese „typisch männlichen“ und „typisch weiblichen“ Eigenschaften und worin liegen sie begründet? Lernen Jungen „anders“ als Mädchen? 
Unter „Geschlechtsspezifik“ versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch Merkmale, die typisch für das eine oder andere Geschlecht sind. Da die ursprüngliche Wortbedeutung von „spezifisch“ jedoch eine andere ist, möchte ich eine Unterscheidung treffen. „Spezifisch“ ist ein Merkmal, wenn es „zum Wesen einer Person, Sache oder eines Stoffes gehört und diesen allein eigen ist“ (Brockhaus 1998). Die englische Sprache differenziert diesbezüglich, indem „gender“ für kulturelles und soziales Geschlecht und „sex“ für biologisches Geschlecht steht. Aus diesen Gründen möchte ich von Geschlechtsspezifik nur sprechen, wenn es sich um tatsächliche weibliche bzw. männliche Merkmale handelt. Konsequenterweise musste der Titel der Arbeit also um den Begriff der „Geschlechtstypik“ erweitert werden. 
Zum Schrifttum zählen musikpädagogische Zeitschriften und Forschungsberichte sowie Veröffentlichungen von Artikeln und Monographien aus den […]
Barbara Butz

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