Gesammelte Werke in vier Bänden

Gesammelte Werke in vier Bänden

Dritter Band: Gesammelte Erzählungen

Marieluise Fleißer , Günther Rühle (Hrsg.)

Film, Kunst & Kultur

Paperback

326 Seiten

ISBN-13: 9783518387764

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 01.02.1994

Sprache: Deutsch

Schlagworte: 20. Jahrhundert, Deutschland, Erzählungen, gestisches Sprechen, Glück

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Die im dritten Band gesammelten Erzählungen der Marieluise Fleißer aus den Jahren 1923 bis 1972 sind das Pendant zu ihren Dramen. Es sind kurze intensive Studien über das schwierige Glück und die Nötigungen des Lebens. Als 1929 die erste Sammlung erschien, schrieb Walter Benjamin: »Diese Frau bereichert unsere Literatur um das seltene Schauspiel ganz unverbohrten provinzialen Stolzes. Sie hat einfach die Überzeugung, daß man in der Provinz Erfahrungen macht, die es mit dem großen Leben der Metropolen aufnehmen können, ja sie hält diese Erfahrungen für wichtig genug, um ihre Person und ihre Autorschaft an ihnen zu bilden … Der aufsässige Dialekt, der die Heimatkunst von innen heraus sprengt, ist nur die eine Seite des sprachlichen Könnens, das in diesen Novellen steckt. Es gibt da nämlich noch eine Verstiegenheit: die namenlose Verwirrung nämlich, mit der das volkstümliche Sprechen sich auf den Weg macht, die Stufen der sozialen Redeleiter hinanzuklimmen, das ›feine‹, ›gehobene‹ Deutsch der herrschenden Klassen zu sprechen. Diese Verwirrung, diese hochstaplerische Schlichtheit ist hier ein Kunstmittel ersten Ranges geworden.«
Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer

Marieluise Fleißer, 1901 in Ingolstadt geboren und dort 1974 gestorben.
Sie, die »größte Dramatikerin des 20. Jahrhunderts« (Elfriede Jelinek), wurde – nach frühen Erfolgen im Umfeld Brechts – in den Sechzigerjahren von jungen Theaterautoren wie Rainer Werner Faßbinder und Franz Xaver Kroetz wiederentdeckt. Ihre Stücke wurden erneut gespielt, und endlich nahm ein größeres Publikum sie auch als Erzählerin wahr, obschon Walter Benjamin bereits früh die Prosa Marieluise Fleißers als »Kunstmittel ersten Ranges« erkannt und Alfred Kerr ihr Werk schlicht »einen Besitz« genannt hatte. »Die Werke der Marieluise Fleißer«, schrieb der Kritiker Heinrich Goertz aus Anlass des Erscheinens der Gesammelten Werke, »sind eine Schule der Rechtschaffenheit, der stilistischen Ehrlichkeit und Prägnanz. Die Sprache als perfekter Ausdruck ihres Denkens und Erlebens – eine körnige Prosa, hart, zupackend, konkret, ohne unverbindliche Allgemeinheiten und schmückende Beiwörter – nur die Sache selbst, jeder Satz eine Enthüllung.«




»Ich schreibe für jene, die entschlossen sind, zu erkennen. Ich schreibe für jene, die sich nichts vormachen lassen.«

Günther Rühle

Günther Rühle (Hrsg.)

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