Geld wird gewöhnlich als technisches Instrument der Wirtschaftspolitik betrachtet - als Stellgröße, über die Zentralbanken Konjunktur, Beschäftigung und Preisniveau steuern sollen. Diese Vorstellung ist verbreitet, aber irreführend. Geld ist keine Variable bewusster Steuerung, sondern selbst eine Ordnungsfrage. Es koordiniert das Handeln Millionen einander unbekannter Menschen und ist damit Voraussetzung jeder funktionierenden Marktwirtschaft. Gerade darin unterscheidet sich eine freiheitliche Geldordnung grundlegend von den heutigen, politisch beherrschten Währungssystemen. Wo Diskretion, Intervention und Krisenbewirtschaftung vorherrschen, setzt eine liberale Geldordnung auf allgemeine Regeln, Haftung und Wettbewerb. Dieser Essay entfaltet die Geldfrage nicht als geldpolitisches Programm, sondern als Ordnungsproblem. Er zeigt die strukturellen Defekte des Zentralbanksystems, die Logik wettbewerblicher Geldordnungen und die technologischen Voraussetzungen ihrer Wiederkehr - und erklärt, warum freies Geld weder populär noch wahrscheinlich, aber denkbar bleibt.
Michael von Prollius ist Wirtschaftshistoriker und Publizist. Er schreibt über Institutionen und ihre historische Entwicklung, freiheitliche Ordnungen sowie über die politischen und ökonomischen Voraussetzungen von Frieden und Wohlstand. Seine Arbeit verbindet historische Perspektive mit ordnungspolitischer Analyse - jenseits der Tagespolitik und mit Blick auf langfristige Strukturen. Weitere Texte erscheinen auf Substack (Jasay's Garden) und unter www.michael-von-prollius.de
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