Geist, Geltung und Gültigkeit eröffnet einen Forschungsraum zwischen neukantianischer Geltungslehre und strukturgenetischer Weltbildtheorie. Im Zentrum steht die Frage, wie Geltung, Erkenntnis und historische Genese aufeinander bezogen werden können, ohne ineinander aufzugehen.
Ausgangspunkt ist Ulrich Wenzels Vom Ursprung zum Prozeß. Wenzel dient dabei nicht als Gegenstand einer werkimmanenten Rezension, sondern als exemplarischer Durchgangsort: Seine Rekonstruktion des aristotelischen Kausalitätsverständnisses zeigt, dass Kausalität selbst eine Geschichte ihrer Erkenntnis- und Gültigkeitsformen besitzt.
Die Untersuchung führt diese Einsicht systematisch weiter. Sie fragt nach den Bedingungen, unter denen Wirklichkeit erkannt, Geltung geführt und Gültigkeit stabilisiert werden kann. Geltung wird als wahrheitsgebundene Anspruchsstruktur verstanden, Gültigkeit als geltend gemachte Richtigkeit.
Von der neukantianischen Frage nach theoretischer Geltung führt der Weg über Geist, Zeitgeist und offene Gottesfrage zu Naturgeltung, geistoffener Wirklichkeit, Geltungskompetenz, Be-Deutung und Anschlusswesentlichkeit. So entsteht kein geschlossenes System, sondern ein begrifflich präziser Forschungsraum zwischen Geltung und Genese.
Leitgedanke: Geltung ohne Genese bleibt abstrakt; Genese ohne Geltung bleibt blind für den Anspruch auf Wahrheit.
Marko O. G. Schaumburg arbeitet als interdisziplinärer Wissenschaftstheoretiker an einer strukturgenetischen Theorie von Geltung, Ordnung und Erkenntnis. Seine Arbeiten untersuchen, wie Wirklichkeit, theoretische Geltung, Gültigkeit und wissenschaftliche Begriffsbildung aufeinander bezogen werden können, ohne ihre Ebenen zu vermischen.
In Geist, Geltung und Gültigkeit eröffnet er einen Forschungsraum zwischen neukantianischer Geltungslehre und strukturgenetischer Weltbildtheorie. Ausgehend von Ulrich Wenzels Rekonstruktion historischer Kausalitätsordnungen fragt das Buch nach den Bedingungen von Geltung, Genese, Naturgeltung, Geltungskompetenz und offener Ordnung.
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