Während sich die moderne Wissenschaft heute oft in aufgeblähten Verwaltungsapparaten, befristeten Verträgen und trägen Personalausschüssen selbst blockiert, herrschte in diesem Land noch vor gut einhundert Jahren eine Ära des unbändigen Genies. Zwischen 1901 und 1932 wanderten 39 Nobelpreise an deutsche Koryphäen. Trotz Weltkrieg, Hyperinflation und politischer Krisen florierte die Forschung unbürokratisch, zielgerichtet und mit Weltrang. Fleiß und Exzellenz gehörten damals zu den deutschen Tugenden. In seinem statistischen Werk zieht der promovierte Historiker einen scharfen, bitternotwendigen Vergleich zwischen dem goldenen Zeitalter der Wissenschaft und dem heutigen Trauerspiel an den Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.
Fernab klassischer Biografien seziert dieses Buch die harten Fakten und liefert eine einzigartige, bis dato noch nicht aufgestellte, mathematisch präzise statistische Auswertung der 39 Giganten von Kaiserreich und Weimarer Republik. Anhand von verschiedenen statistischen Kriterien; von den geografischen Besonderheiten bis zum Alter bei der Verleihung des Preises; offenbaren die Daten erstaunliche Muster. Das Buch ist mehr als eine historische Chronik: Es ist ein fundierter Weckruf an eine müde gewordene Wissenschaftslandschaft!
Der promovierte Historiker findet es nach wie vor faszinierend, wie sehr die deutsche Forschung weltweit geachtet wurde und wie selbst in Zeiten schwerer Krisen nach dem Ersten Weltkrieg ein reger globaler Austausch stattfand.
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