Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt bleibt der Alltag intakt. Die Verwaltungen arbeiten, die Schulen öffnen, die Institutionen bestehen fort. Sachsen-Anhalt wirkt ruhig, geordnet, funktionsfähig. Was sich verändert, geschieht leise. Gesetze werden aufgehoben, ohne dass jemand protestiert. Zuständigkeiten verschwinden, ohne dass sie ersetzt werden. Unterstützung bleibt möglich, aber an Bedingungen geknüpft. Wer bleiben will, passt sich an. Wer Hilfe sucht, findet Verfahren. Wer widerspricht, findet Wege, die länger geworden sind. Der Roman erzählt von Menschen in dieser neuen Normalität: von einer Lehrerin, die merkt, dass Fragen ihre Substanz verlieren; von einer Verwaltung, die korrekt handelt und dabei trotzdem verliert; von Vereinen und Kirchen, die Loyalität erklären müssen, um bestehen zu bleiben; von einem Land, in dem Ordnung wichtiger wird als Ausgleich oder Menschlichkeit. Ein Land, das funktioniert ist ein politischer Gegenwartsroman über Macht ohne Pathos und Veränderung ohne Bruch. Über Demokratie, die nicht gänzlich verschwindet, sondern sich bedeutsam verschiebt. Und über das, was uns allen fehlt, wenn alles reibungslos läuft.
Jörg Polster lebt und arbeitet in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er schreibt Romane und Sachbücher, die sich mit gesellschaftlichen Veränderungen, Sprache und den Auswirkungen politischer Entscheidungen auf den Alltag, aber immer insbesondere mit den Menschen selbst beschäftigen. Seine literarische Arbeit bewegt sich zwischen Gegenwartsliteratur und politischer Beobachtung, Fantasy und Liebesromanen. Auch Kinderbücher gehören in sein Repertoire. Seine Bücher richten den Blick auf Normalität, Routinen und die leisen Verschiebungen in demokratischen Systemen und vor allem auf die Gesellschaft und die Menschen.
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