Dieses Buch beginnt nicht mit einer These, sondern mit einem Gefühl. Der Autor, seit über dreißig Jahren Sozialarbeiter und Hochschullehrer, liest Shoshana Zuboffs Analyse des Überwachungskapitalismus und fängt Feuer. Nicht weil alles sofort klar wäre, sondern weil etwas in ihm antwortet: ein Gespür für den Verlust, den die digitale Transformation mit sich bringt. Einen Verlust, der tiefer reicht als Datenschutz und Algorithmen. Was steht auf dem Spiel? Die innere Erfahrung, aus der wir den Willen zum Wollen formen. Die öffentlichen Räume, in denen wir nach diesem Willen handeln können. Und damit die Grundlagen einer Profession, die auf dem Glauben an das handlungsfähige Subjekt gebaut ist: der Sozialen Arbeit. Hartmut Reinke schreibt keinen Forschungsbericht. Er schreibt einen Essay - bekennend subjektiv, intellektuell ehrlich, persönlich warm. Er befragt Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, hört Studierenden zu, liest Girard und Rushkoff, streitet mit ChatGPT und mit sich selbst. Und er kommt zu zwei konkreten Vorschlägen für eine Hochschullehre, die der Sozialen Arbeit ihre Kraft für das 21. Jahrhundert erhält. Ein Buch für alle, die das Digitale weder verteufeln noch verklären wollen - sondern verstehen.
Dr. Hartmut Reinke, geboren 1966, ist Professor für Sozialmanagement und Berufspädagogik an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management am Standort Bremen. Seine akademische Laufbahn wurzelt in einer langen Praxis: Er hat als Sozialarbeiter gearbeitet und war rund zwei Jahrzehnte als Managementberater tätig, mit dem Schwerpunkt Marketing in der Sozialwirtschaft. Diese Kombination ist selten; und sie hinterlässt Spuren im Denken und im Schreiben. Reinke studierte Soziale Arbeit und promovierte 2019 an der Universität Rostock in Beruflicher Bildung. Seine Dissertation "Das schreibende Subjekt" erschien im Verlagshaus bifop Bremen und fragt nach den Bedingungen, unter denen Menschen schreiben, und was dieses Schreiben mit ihnen macht. Die Beschäftigung mit dem Subjekt, mit Selbstwahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit, zieht sich seitdem als roter Faden durch sein wissenschaftliches Werk. Der vorliegende Essay ist aus einer Irritation entstanden, die Reinke nicht losließ: dem Gespür, dass die Digitalisierung der Sozialen Arbeit nicht nur neue Werkzeuge bringt, sondern an etwas rührt, das tiefer liegt. Dieses Buch ist sein Versuch, dieser Irritation auf den Grund zu gehen: persönlich, argumentativ und ohne voreilige Antworten. Hartmut Reinke lebt in Bremen.
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