Dieses Buch folgt den Spuren eines Kunstwerks über drei Jahrhunderte, erschließt seine Bildsprache und rekonstruiert seine wechselvolle Geschichte: die Geschichte eines Barockaltars, der 1722 eigens für eine Friedhofskirche geschaffen wurde. Schauplatz ist das mittelfränkische Städtchen Leutershausen. Als der Friedhof 1920 zu klein geworden war und zugunsten eines neuen an anderer Stelle aufgegeben wurde, verlor auch die Kirche ihre Funktion. Sie wurde zum Gemeindehaus umgebaut, und der Altar verschwand auf einem Speicher. Fast in Vergessenheit geraten, erinnerte man sich seiner Jahrzehnte später und errichtete ihn neu an einem anderen Ort, im nahe gelegenen Wiedersbach. Davon erzählt dieser Band. Zugleich öffnet er den Blick auf die Welt, aus der dieses Kunstwerk stammt: auf Kirchenbau und Kirchenausstattung, auf Architekten, Baumeister und Handwerker. Auf der Grundlage teils bislang unveröffentlichter Archivalien verbinden sich Orts-, Kirchen- und Kunstgeschichte zu einer anschaulichen Erzählung über Bewahren, Verlust und Neuanfang.
Rainer Schulz, Dr. theol., *1954, ist Autor vor allem historischer und kirchenhistorischer Arbeiten mit Schwerpunkt Nationalsozialismus sowie einer Reihe von Kinderbüchern zu ethischen und westlichen Themen.
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