Rolands langjähriger Freund und seine Ehefrau, von der er noch länger getrennt gelebt hatte, sterben kurz nacheinander. Freunde fragen ihn: Weshalb hast du als Homosexueller überhaupt geheiratet, und weshalb hast du dich von deiner Frau nie scheiden lassen? Roland stellt im Gespräch mit seinem Freund Karl dar, wie er Opfer gesellschaftlicher Vorurteile, besonders in den frühen 1960er Jahren, wurde und dann, wie er es nennt, teilweise auf die Täterseite wechselte, um seine eigene Haut zu retten. Karls Fragen zwingen Roland, sich mit ethischen Problemen zu beschäftigen, die seine Biographie betreffen. Das Individuum Roland kann sich nicht hinter der Gesellschaft verstecken und versucht, seinen Teil der Verantwortung zu übernehmen.
geboren 1944, Latein- und Geschichtsstudium in Hamburg. Veröffentlichungen: Felicitas. Eine Wortuntersuchung (1972), Das sechzigste Jahr (Erzählung, 2006), Schreibend überleben, über Leben schreiben. Aufsätze zu Victor Klemperers Tagebüchern der Jahre 1933 bis 1959 (2013), „Die reformbedürftigste von allen“? : Untersuchungen zu Wandlungsprozessen in der Philosophischen Fakultät der Universität Hamburg von Mai 1967 bis Dezember 1969 (2014). Außerdem: Aufsätze zur Altertumswissenschaft und Zeitgeschichte.
(...)Es ist eine autobiographische Novelle. Lothar Zieske stellt in einem Gespräch die inneren und äußeren Konflikte eines Heranwachsenden und später Studenten unter den Bedingungen des § 175 vor. Das Buch ist eine wichtige Ergänzung zu anderen historischen und politischen Büchern. Es ist eine Geschichte von Selbstzweifeln, entstanden aus dem Konflikt zwischen verinnerlichter Heteronormativität und schwulem Bedürfnis.
Alltag unter dem § 175
OssietzkyJuli 2016
(...)Es ist eine autobiographische Novelle. Lothar Zieske stellt in einem Gespräch die inneren und äußeren Konflikte eines Heranwachsenden und später Studenten unter den Bedingungen des § 175 vor. Das Buch ist eine wichtige Ergänzung zu anderen historischen und politischen Büchern. Es ist eine Geschichte von Selbstzweifeln, entstanden aus dem Konflikt zwischen verinnerlichter Heteronormativität und schwulem Bedürfnis.