Das Buch lädt zu einer faszinierenden Reise durch mehr als vier Jahrhunderte höfischer Festkultur ein. Der Dresdner Carneval, erstmals 1553 unter Kurfürst Moritz gefeiert, entfaltete im 17. und 18. Jahrhundert seine größte Pracht, geprägt von prunkvollen Ringrennen, opulenten Opern, Maskenbällen und Festen venezianischer Lustbarkeit, die ab 1677 an der Elbe deutlich sichtbar wurde. Ausgehend von den umfangreichen Akten im Sächsischen Hauptstaatsarchiv erzählt Christoph Münch diese Tradition in zwölf lebendigen Episoden, die ausgewählte Feste aller Kurfürsten und Kurfürstinnen nachzeichnen: von Moritz über August den Starken bis Maria Antonia Walpurgis. Der Autor führt seine Leserinnen und Leser durch die Gemächer, Säle und Höfe des Residenzschlosses, in festlich erstrahlende Opernhäuser, in den barocken Zwinger und hinter die Kulissen einer Kultur, deren nahezu ununterbrochene Festtradition zu den ältesten Europas zählt und die 2022 mit dem Elbvenezianischen Carneval zu neuem Leben erwachte. 104 überwiegend zeitgenössische Abbildungen, darunter 49 in Farbe, lassen die Dresdner Carnevalsfeiern auch visuell wieder lebendig werden.
Christoph Münch, 1963 in Frankfurt am Main geboren, studierte in Heidelberg Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte und erhielt parallel eine journalistische Ausbildung in München. Für seine Magisterarbeit forschte er zwei Semester am Päpstlichen Institut für Kirchenmusik und an der Vatikanischen Bibliothek in Rom; die Arbeit erschien 1993 unter dem Titel "Musikzeugnisse der Reichsabtei Lorsch". Er veröffentlichte anschließend Radio-Beiträge und zwei Serien beim Süddeutschen Rundfunk ("Musik und Kultur im Mittelalter", 1994; "Das Ende des Doppeladlers", 1995). Seit 1994 arbeitet Münch in Dresden bei der städtischen Tourismusorganisation. Als Journalist schrieb er bisher für verschiedene Tageszeitungen und Fachzeitschriften, wirkte an Reiseführern mit und veröffentlichte 2020 mit dem Buch "Dresden - 500 Orte der Musik" die erste umfassende musikalische Topographie der Stadt.
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