Sollten SchülerInnen, deren Muttersprache Deutsch ist, im Deutschunterricht strenger benotet werden als Nicht-Muttersprachler? Solche Fragen spalten und zeigen, wie brisant gesellschaftspolitische Dilemmata sein können. Politische Bildungsangebote, wie die Dilemmadiskussion sollen helfen, Gräben zu überbrücken. Innerhalb von drei Promotionsstudien wurde untersucht, ob digitale Dilemmadiskussionen Toleranz fördern und Gruppenzugehörigkeit stärken können. Auf Basis des Social Identity Model of Deindividuation (SIDE) wurde getestet, wie Identitätssalienz und Deindividuation in digitalen Diskussionsformaten wirken. Die Ergebnisse zeigen, dass moderierte Online-Dilemmadiskussionen - ob live oder per Video - unter bestimmten Bedingungen tatsächlich intergruppale Konflikte entschärfen und Toleranz stärken. Darüber hinaus liefern die Studien weiterentwickelte Ansätze zur Messung von Toleranz und Gruppenzugehörigkeit. Letztlich führen sie zu Implikationen für das SIDE-Modell, zu Hinweisen für die politische Bildung im digitalen Raum und zu Strategien für intergruppale Konflikte.
Es sind momentan noch keine Pressestimmen vorhanden.