Die Rosen unter meinem Fenster ist ein fragmentarischer Roman, der sich aus miteinander verbundenen Ich-Erzählungen zusammensetzt. Jede Geschichte steht für sich, folgt jedoch einer gemeinsamen Stimme und mündet in ein einziges, unausweichliches Ende. Im Zentrum stehen Kindheitserfahrungen in kleinen Städten, stille Gewalt, familiäre und religiöse Repression, Angst und Schuld. Der Erzähler bewegt sich durch nebelverhangene Schulen, bedrohliche Flusslandschaften und Innenräume, in denen Nähe und Verletzung untrennbar miteinander verbunden sind. Der Schrecken des Romans entsteht nicht aus dem Übernatürlichen, sondern aus dem Alltag selbst - aus psychischer Fragilität, Verlassenheit und dem Schweigen über das, was schmerzt. Mit jedem Kapitel verdichtet sich der Eindruck eines zusammenhängenden existenziellen Weges. Die einzelnen Figuren erweisen sich als Variationen eines einzigen Bewusstseins, das seine eigene Prägung und die Grenzen seiner Wahrnehmung zu verstehen versucht. Die wiederkehrenden Rosen stehen nicht für Schönheit oder Erlösung, sondern als Zeichen des frühen Verfalls - ein stilles Warnsignal für das, was beginnt zu erkranken, noch bevor es sichtbar wird. Der Roman verzichtet auf Erklärungen und Trost und führt den Leser konsequent zu einem stillen, unvermeidlichen Abschluss.
Eber Urzeda dos Santos ist Schriftsteller und Lehrer für portugiesische Sprache und Literatur. Er hat ein Studium der Literaturwissenschaft abgeschlossen und lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Deutschland. Sein Werdegang verbindet Schreiben, Lehre und editorische Arbeit, stets geprägt von einem sorgfältigen Umgang mit Sprache und der Suche nach Sinn in der menschlichen Erfahrung. Geboren in Paraúna im brasilianischen Bundesstaat Goiás, wuchs er in Hidrolândia auf - einer Kleinstadt, die den Kern seiner Identität und seiner emotionalen Erinnerung geprägt hat. Straßen, Schule, mündlich überlieferte Geschichten und das alltägliche Zusammenleben hinterließen tiefe Spuren in seiner Wahrnehmung der Welt und bilden ein wiederkehrendes Material seiner literarischen Arbeit. Sein Interesse an Philosophie, Mythologie und menschlichem Verhalten durchzieht sowohl seine literarischen Texte als auch seine editorischen Projekte. Im Jahr 2020 gründete er während der Pandemie das Projekt Contos de Urzeda - Geschichten zum Lesen auf dem Mobiltelefon, eine Initiative zur Demokratisierung des Zugangs zur Literatur und zur Förderung des Lesens auf digitalen Geräten, insbesondere für Leserinnen und Leser ohne regelmäßigen Kontakt zum gedruckten Buch. Im Laufe seines Lebens lebte er in verschiedenen Regionen Brasiliens und Europas. Diese Erfahrungen erweiterten seinen kulturellen Horizont und bereicherten seine Erzählweise um unterschiedliche Perspektiven, ohne die Verbindung zur Erinnerung an den Herkunftsort aufzugeben. Seine Bücher und Erzählungen beschäftigen sich mit Themen wie Angst, Erinnerung, Endlichkeit und Identität. In einer direkten, introspektiven und sensiblen Sprache sucht Eber Urzeda dos Santos den Raum zwischen dem Gesagten und dem Verschwiegenen - als Ort der Wahrnehmung, der Reflexion und des Wiedererkennens.
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