Ein Unternehmen will elektrifizieren. Das Budget steht, der Zeitplan hängt an einem Datum. Dann kommt die Auskunft, dass der Netzanschluss nicht ausreicht - oder Jahre dauert.
Deutschland hat das Erzeugungsproblem weitgehend gelöst. Über die Hälfte des Stroms stammt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Die nächste Herausforderung ist eine andere: Nicht die Kilowattstunde wird knapp, sondern die Leistung am eigenen Netzanschluss, die Information über den eigenen Verbrauch und die Fähigkeit, beides zu koordinieren.
Yves Tamborini zeigt, warum sich der Engpass verschoben hat und was daraus für Standort- und Investitionsentscheidungen folgt. Er unterscheidet sechs Knappheiten, die in der Debatte pauschal "Netzengpass" heißen und erklärt, warum dieselbe Kilowattstunde je nach Zeit, Ort und Leistung einen völlig unterschiedlichen Wert hat. Und er beschreibt den Netzanschluss als die Stelle, an der ein Problem sichtbar wird ohne selbst der unmittelbare Grund zu sein.
Das Buch führt durch sieben Teile: von der Erzeugungswende über die neue Knappheit und den Anschlusspunkt bis zum Energiemanagement, zur Ökonomie der Koordination, zur digitalen Steuerungsebene und zu einer Managementagenda. Es schließt mit drei möglichen Systempfaden bis 2040 und einer Entscheidungshilfe für den Netzanschluss.
Geschrieben für Entscheiderinnen und Entscheider in Gewerbe, Industrie und Immobilienwirtschaft - für die Seite also, die heute Energieentscheidungen trifft, ohne sie so zu nennen. Für die Energiewirtschaft ist es ein wertvoller Blick von außen auf die eigenen Kunden.
Mit zehn eigenen Grafiken, rund dreißig institutionellen Quellen und einem Anhang, der sieben Prüffragen für Investitionsvorlagen bereitstellt.
Ein Ordnungsangebot für alle, die Energie nicht länger als Fachthema behandeln können, sondern als Teil ihrer Investitions- und Betriebsstrategie.
Yves Tamborini, Jahrgang 1973, arbeitet seit über zwanzig Jahren an den Schnittstellen der Energiewirtschaft. Ab 2004 begleitete er mehr als 50 Stadtwerke und überregionale Versorger durch die Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte. Es folgten Jahre als selbstständiger Berater mit Schwerpunkt auf Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen, die Verantwortung für Marke und Mitarbeit an Strategieprozessen eines großen Ingenieurdienstleisters sowie die Leitung von Vertrieb, Geschäftsentwicklung und Marketing eines deutschen Photovoltaikherstellers. Seit 2025 ist er Geschäftsführer eines Unternehmens für Ladeinfrastruktur.
Sein Interesse gilt weniger einzelnen Technologien als der Frage, wie vorhandene Bausteine zu funktionierenden Systemen verbunden werden. Diese Perspektive prägt sein erstes Buch: Es ist kein Plädoyer für eine bestimmte Technologie, sondern ein Ordnungsangebot für Entscheiderinnen und Entscheider, die Energie nicht länger als Fachthema behandeln können.
Die Argumentation stützt sich auf öffentlich zugängliche Quellen von Behörden, Netzbetreibern, Verbänden und Forschungsinstituten, auf über zwanzig Jahre eigener Berufserfahrung sowie auf zahlreiche Gespräche mit Fachleuten aus Netzplanung, Energieversorgung, Flottenbetrieb, Immobilienwirtschaft, industriellem Energiemanagement, Anlagenbau und Infrastrukturfinanzierung.
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