Die menschliche Komödie. Die großen Romane und Erzählungen

Die menschliche Komödie. Die großen Romane und Erzählungen

Tante Lisbeth. Roman

Honoré Balzac , Eberhard Wesemann (Hrsg.)

Klassiker & Lyrik

Paperback

540 Seiten

ISBN-13: 9783458336099

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 01.10.1996

Sprache: Deutsch

Schlagworte: 19. Jahrhundert, Adeline, Balzac, Bauernmädchen, Frankreich

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Der Roman Tante Lisbeth zählt zu den Meisterwerken Honoré de Balzacs, der nicht zu Unrecht auf Ähnlichkeiten seiner Titelheldin mit Jago und Richad III. hinwies.

Ins Bild kommt die Lebensgeschichte des häßlichen und verschlossenen Bauernmädchens Lisbeth Fischer aus den Vogesen, die von Jugend an zu den härtesten ländlichen Arbeiten gezwungen wird, während ihre hübsche Cousine Adeline verwöhnt wird. Durch eine seltsame Fügung heiratet Adeline den im Kriegsministerium einflußreichen Baron Hulot, gelangt dadurch in die vornehmsten Pariser Kreise und wird ihrem Mann im Hause wie in der Gesellschaft eine vorbildliche Gattin. Doch Adeline vergisst ihre Cousine Lisbeth nicht. Sie läßt sie nach Paris kommen und als »Verwandte» in ihrem herrschaftlichen Hause verkehren. Aus Neid gelobt nun die »Tante Lisbeth« für alle früheren und unsühnbaren neuen Demütigungen erbarmungslose Vergeltung. Sie will allen Hulots heimzahlen, was ihr zeitlebens an Schmach angetan wurde. So wird sie zu einer Heuchlerin und Intrigantin von geradezu genialischer Niederträchtigkeit, der es tatsächlich gelingt, die Familie des moralisch verworfenen Barons Hulot und seiner tugendhaft-frommen Frau in Tod und Verderben zu stürzen, wobei sie jedoch am Ende von der von ihr inszenierten menschlichen Katastrophe mitgerissen wird.
Honoré Balzac

Honoré Balzac

Honoré de Balzac wurde am 20. Mai 1799 in Tours geboren. 1816 begann er ein Jurastudium an der École de Droit in Paris auf und besuchte daneben Vorlesungen an der Faculté des lettres und am Collège de France, was ihn dazu veranlaßte, neben seinem Jurastudium philosophische Überlegungen niederzuschreiben. Schließlich brach er das Studium ab, um sich ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Sein Vater finanzierte ihm die ersten zwei Jahre, die Balzac schreibend in einer Mansarde verbrachte. Das Ergebnis war allerlei Feuilletonistisches und Lyrisches, Fragmente eines Opernlibrettos und einer Tragödie. 1823 verdiente er sein Geld vor allem mit Beiträgen für das Feuilleton littéraire. Den erhofften Durchbruch als Romanautor schaffte er erst 1829 mit dem historischen Roman Le dernier Chouan, ou La Bretagne en 1800. In den folgenden Jahren schrieb Balzac wie besessen. Die Comédie Humaine sollte Balzacs Lebenswerk werden, das er jedoch nicht mehr vollenden konnte. 91 der geplanten 137 Romane und Erzählungen wurden fertiggestellt. Ab 1843 bekam Balzac aufgrund seiner ständigen Überanstrengung und seines exzessiven Kaffeeverbrauchs ernsthafte gesundheitliche Probleme, von denen er sich nicht mehr erholte. Er starb am 18. August 1850 in Paris.

Eberhard Wesemann

Eberhard Wesemann (Hrsg.)

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