Schlagworte: Andreas Brunsicke wollte Pfarrer werden., Der Dreißigjährige Krieg änderte sein Leben., In Staaken wurde er Schweinehirt und unterrichtete Kinder im Schweinestall., Er half den Menschen zu überleben und beim Wiederaufbau des Dorfes., Seine Geschichte erzählt von Hoffnung und Glauben und Neuanfang.
Es gibt Geschichten, die mehr über eine Zeit erzählen als Berichte von Königen oder Schlachten. Dies ist eine solche. Andreas Brunsicke verließ Wittenberg, weil der Dreißigjährige Krieg sein Theologiestudium und den Traum vom Pfarramt zunichtemachte. 1628 kam er nach Staaken und fand Arbeit nicht als Pfarrer, sondern als Schweinehirt. Weil er lesen, schreiben und rechnen konnte, unterrichtete er die Kinder des Dorfes und übernahm später als Dorfschulze Verantwortung für den Wiederaufbau der vom Krieg verwüsteten Gemeinde. Sein Leben zeigt, dass Hoffnung nicht darin besteht, an verlorenen Plänen festzuhalten, sondern neue Wege anzunehmen. Aus der Enttäuschung wurde für ihn eine Aufgabe, die er als Gottes Führung verstand. Was ihm blieb, waren die Erinnerungen. Der Titel "Erinnerungen sind das Suchen der Seele" bringt diese Erfahrung zum Ausdruck. Andreas Brunsickes Geschichte erzählt von Verlust, Glauben und Beharrlichkeit. Sie erinnert daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten Hoffnung wachsen kann, dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und darauf vertrauen, dass Gott auch auf ungewohnten Wegen eine neue Geschichte schreibt.
Johannes Simang, 1952 geboren, aufgewachsen in einer sozial verwahrlosten Umgebung der Nachkriegszeit. Lehre, Abitur, Theologiestudium. Durch 80 Jahre im Frieden konnte ich mein Leben nach meinen Gaben entfalten. Was geschieht aber, wenn die Welt wieder aus den Fugen gerät, Träume und Pläne zerplatzen. Was trägt dann? Glaube, Hoffnung. Zuversicht in eine ungewisse Zukunft? Und wie bilanziert man sein Leben? All das erlebt Andreas Brunsicke. Ich fühle mich ihm angesichts der Bilanz meines Lebens ganz nah.
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