Wer uns jede Schwierigkeit abnimmt, nimmt uns auch die Gelegenheit, an ihr zu wachsen. Wer nur noch fertige Antworten abruft, verlernt das Fragen. Und wer Verantwortung ständig auslagert, verliert irgendwann die Fähigkeit, sie zu tragen.
Dr. Tobias Voss beschreibt eine Gesellschaft, die Menschen immer besser versorgt - und ihnen immer weniger zutraut. Von Schule und Medien bis zu Konsum, Politik und künstlicher Intelligenz untersucht er, wann Unterstützung in Abhängigkeit umschlägt: bei der App, die uns jeden Handgriff abnimmt, bei Meinungen, die wir ungeprüft übernehmen, beim Wunsch nach Erfolg ohne Umweg und bei Arbeitgebern, die Eigenverantwortung verlangen und zugleich jede Entscheidung genehmigungspflichtig machen.
Das Buch ist kein Plädoyer gegen Hilfe. Hilfe ist oft die Voraussetzung von Selbstständigkeit. Entscheidend ist ihre Wirkung: Macht sie uns größer oder abhängiger? Was geschieht mit einer Demokratie, wenn ihre Bürger sich lieber absichern als entscheiden? Und was bleibt vom eigenen Denken, wenn die Maschine die Antwort schon kennt?
Ein streitbares Buch über den Preis der Bequemlichkeit - und darüber, wie wir wieder lernen, selbst zu urteilen, Widerspruch auszuhalten und Verantwortung zu übernehmen.
Dr. Tobias Voss, geboren 1976 in Bremen, ist ein deutscher Politikwissenschaftler mit den Schwerpunkten soziale Marktwirtschaft, Ungleichheitsforschung und internationale Strukturpolitik. Nach seinem Studium an der Universität Hamburg und einer Promotion zur politischen Ökonomie der Globalisierung war er mehrere Jahre für eine Stiftung tätig, die soziale Innovationsprojekte in strukturschwachen Regionen Europas fördert. Voss lebt heute in Leipzig und arbeitet als freier Politikberater und Autor. In seiner publizistischen Arbeit legt er Wert auf einen klaren, empirisch fundierten Zugang zu Gerechtigkeitsfragen im Spannungsfeld zwischen nationaler Verantwortung und globaler Dynamik. Er ist Mitgründer der Plattform Ökonomie & Gesellschaft neu denken.
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