Tessa ist dreiundzwanzig - und sie hat die falschen Augen für diese Welt. Bernsteinfarben. Unheimlich. Seit ihrer Geburt starren die Menschen sie an, als wäre sie ein Fehler im System. Sie lebt zurückgezogen in einer einsamen Hütte und verdient ihr Geld als Klickworkerin: Tag für Tag füttert sie eine KI mit Abertausenden Gesichtern, sortiert, markiert, bewertet. Bis sie eines Nachts einen Entschluss fasst. Sie beginnt, die Bilder zu manipulieren. Kleine Verschiebungen. Kaum sichtbar. Doch was sie auslöst, ist alles andere als harmlos.
Zuerst verändert sich ihr Körper. Tessa wird zu etwas Neuem - etwas Raubtierhaftem. Etwas zwischen Mensch und Katze. Und sie ist nicht allein. Überall tauchen plötzlich Menschen mit leuchtenden Bernsteinaugen auf. Als hätte jemand die Welt neu programmiert. Als würde eine verborgene Spezies erwachen. Nur Tom, ein unscheinbarer Installateur, sieht in ihr kein Monster. In seinen Blicken liegt kein Entsetzen, sondern Staunen und Begehren. Doch die Verwandlung kennt kein Zurück. Sie geht weiter - durch Körper, Städte, Gesellschaften. Und Tessa begreift: Das hier ist der Anfang von etwas viel Größerem.
Vivian Ellis wurde in einer Kleinstadt geboren und lebt heute in einem Apartment ohne Zimmerpflanzen. Nach verschiedenen Stationen und Brüchen in ihrem Lebenslauf arbeitet Ellis heute vorwiegend mit Sprache. Die Faszination der menschlichen Psyche, des Körpers und seiner Fehlfunktionen sowie die enthusiastische Begeisterung für Katzen prägen auch das literarische Werk. Die Texte von Ellis zeichnen sich durch eine beunruhigende Stille und das Sezieren weiblicher Entfremdung aus.
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