Wir wissen oft, was zu tun wäre. Warum gelingt es trotzdem so selten?
Marode Brücken, überlastete Verwaltungen, verletzliche Netze und stockende Klimaanpassung haben unterschiedliche Ursachen. Doch immer wieder zeigt sich dieselbe Schwierigkeit: Wissen und technische Möglichkeiten sind vorhanden, während Zuständigkeiten, Personal, Finanzierung und Verfahren nicht zusammenpassen.
In Die Architektur der Handlungsfähigkeit untersucht Erik Schmidt, wie Gesellschaften unter diesen Bedingungen wirksam handeln können. An Beispielen aus Energieversorgung, Digitalisierung, Gesundheit und kommunaler Praxis macht er sichtbar, worauf verlässliche Systeme angewiesen sind und warum Reserve, Reparierbarkeit und institutionelles Lernen politische Aufgaben sind.
Ein Buch über die Arbeit zwischen Erkenntnis und Umsetzung. Und darüber, wie demokratische Gesellschaften ihre Fähigkeit erhalten, Probleme zu lösen und ihre Zukunft zu gestalten.
Erik Schmidt ist Informatiker und Autor. Er hat Mathematik, Informatik und Politikwissenschaft studiert und arbeitet seit fast vier Jahrzehnten mit digitalen Systemen und technischen Infrastrukturen.
Seine berufliche Praxis umfasst digitale Systeme, IT-Sicherheit, Monitoring, Alarm- und Überwachungssysteme, Energieinfrastruktur, künstliche Intelligenz und betriebliche Entscheidungsprozesse. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die einzelne Technologie als ihr verlässlicher Betrieb: Welche Daten werden benötigt, wer kann auf Störungen reagieren, welche Zuständigkeiten sind geklärt, welche Abhängigkeiten bleiben beherrschbar und welche Entscheidungen müssen unter Zeitdruck getroffen werden können.
In seinen Texten beschäftigt er sich mit Energiepolitik, Digitalisierung, Infrastruktur, Klima, Sicherheit und den institutionellen Voraussetzungen gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit. Viele dieser Texte erscheinen auf seinem Blog unter f97.be/blog/.
Mit "Strom als System" untersuchte er Elektrizität als laufenden Zusammenhang aus physikalischen Bedingungen, Netzen, Märkten, Regulierung, Betrieb und gesellschaftlicher Nutzung. "Gesellschaft unter Spannung" erweiterte diesen Blick auf die Verwundbarkeit vernetzter Gesellschaften und die Anforderungen an zuverlässige Infrastrukturen.
"Die Architektur der Handlungsfähigkeit" führt diese Arbeit fort. Das Buch fragt nach den Bedingungen, unter denen Wissen, Technik, Zuständigkeit und legitime Entscheidung dauerhafte Handlungsfähigkeit ermöglichen.
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