Als im Pfarrgarten eines kirchlich geführten Heims bei Witten Kinderknochen gefunden werden, reißt der Fund einen alten Fall wieder auf, den zu viele längst in beruhigende Worte gepackt haben. Was zunächst wie ein düsterer Altfall wirkt, führt in ein Haus voller Schlüssel, Nebengänge, Akten und Routinen, in dem ein Kind nicht einfach verschwand, sondern aus dem sichtbaren Alltag gedrückt wurde.
Claudia Donnerfuß, ihre Schwester Sandra und die kleinwüchsige Polizeireporterin Svetlana Elendt stoßen bei ihren Nachforschungen nicht auf das eine Monster, sondern auf ein funktionierendes System aus Heim, Kirche, Verwaltung und Schutzinteressen. Je tiefer sie in Unterlagen, Raumlogik und widersprüchliche Aussagen eindringen, desto klarer wird, dass hier nicht nur ein Verbrechen verdeckt, sondern eine ganze Wirklichkeit geglättet wurde.
Die Akte Kellerkind ist ein düsterer Ruhrpott-Horror-Thriller über ein verschwundenes Heimkind, institutionelle Gewalt, verdrängte Vergangenheit und die Frage, wie ein funktionierendes Haus einen Jungen verschwinden lassen konnte.
Sabine Traeder schreibt Thriller, Mystery, Horror, Fantastik und Jugendbücher. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Außenseiter, Brüche, Schuld, Erinnerung, Angst, Stille und die Frage, was Menschen einander antun, verwalten oder verschweigen. Sie interessiert sich nicht für lautes Spektakel, sondern für den Punkt, an dem Alltag kippt und hinter Ordnung, Routine und sauberen Sätzen etwas Härteres sichtbar wird.
Geboren 1979 in Duisburg, mit Kleinwuchs, ist ihr Blick bis heute vom Ruhrgebiet geprägt: direkt, geerdet, ohne Geziere, mit Gespür für alte Orte, harte Geschichte und die Spuren, die Räume und Menschen behalten. In ihren Geschichten stehen Figuren im Mittelpunkt, die sonst oft an den Rand gedrückt werden: Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche, Verletzte, Übersehene und diejenigen, die in Systemen aus Akten, Regeln und Erwartungen untergehen sollen.
Sabine Traeder schreibt nicht über Symbolfiguren, sondern über Menschen mit Körper, Würde, Eigenwillen und Widerspruch. Mit der Reihe Die Akte Elendt verbindet sie Ermittlungsarbeit, Systemhorror und Ruhrgebietsrealität zu einer düsteren, menschlichen Thrillerreihe. Auch in ihren fantastischen Stoffen zählt nicht die Oberfläche, sondern das, was darunter weiterarbeitet.
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