Noch sind die Flakhelfer an der Macht. Die zwischen 1926 und 1930 Geborenen waren die »letzten Helden des Führers«. Als Jugendliche haben sie erlebt, wie Deutschland zusammenbrach und der Faschismus besiegt wurde. Heute sind viele gesellschaftliche Führungspositionen in der Bundesrepublik von Angehörigen dieser Generation besetzt. Die Untersuchung von Heinz Bude konzentriert sich auf die sozialen Aufsteiger aus der Flakhelfer-Generation. In ihrem Leben verdichtet sich persönliche und gesellschaftliche Geschichte: Sie haben mit dem kollektiven Aufbau der Bundesrepublik nach Krieg und Faschismus einen persönlichen Aufstieg vollzogen. Sie bilden die Spitze der Generation derer, die das »Modell Deutschland« nach 1945 mitaufgebaut haben. Gefragt wird nach den Lebenskonstruktionen des Aufstiegs. Welche Spuren hat der Riß von 1945 in ihrem Leben hinterlassen? Wie haben sie den Wiederaufstieg der Bundesrepublik erlebt und wie haben sie sich daran beteiligt? Wie verstehen sie sich nun als normative Repräsentanten dieser Gesellschaft?
Heinz Bude ist seit 2020 Gründungsdirektor des documenta Instituts. Von 2000 bis 2023 war er Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Seit der Spielzeit 2011/12 lädt er zur Diskussionsreihe Streit ums Politische in die Schaubühne am Lehniner Platz ein. Er veröffentlichte Bücher u.a. zu den Ausgeschlossenen, zur Gesellschaft der Angst, über die Macht von Stimmungen, zu den Generationen der Bundesrepublik und über Solidarität. 2020 veröffentlichte er zusammen mit Bettina Munk und Karin Wieland den Roman AUFPRALL über das Westberlin der 1980er Jahre. 2024 erschien Abschied von den Boomern. Im März 2027 erscheint Zeitgenossenschaft. Über ein Gefühl der Verbundenheit.
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