Deutschsein ist kein Zustand. Es ist ein Dauerthema.
Wir reden darüber. Wir diskutieren es. Wir erklären es anderen. Und am Ende sind wir uns zumindest in einem Punkt einig: So einfach ist das alles nicht.
Dieses Buch ist eine bissige, gnadenlos ehrliche und erstaunlich liebevolle Satire über das, was wir Alltag nennen - und was uns dabei regelmäßig den letzten Nerv raubt. Es geht um Ordnung, die beruhigen soll und trotzdem stresst. Um Gespräche, die geführt werden, damit nichts entschieden werden muss. Um Regeln, die niemand mehr versteht, aber jeder verteidigt. Und um den festen Glauben daran, dass unser gesunder Menschenverstand immer der richtige ist - vor allem der eigene.
Hier wird nicht erklärt, wie Deutschland funktioniert. Hier wird gezeigt, warum es manchmal steht.
Sie begegnen Nachbarn, die nichts sagen - aber alles notieren. Behörden, die helfen wollen - aber leider nicht zuständig sind. Arbeitswelten, in denen Anwesenheit Leistung ersetzt. Digitalisierung, die ausgedruckt werden muss. Urlaub, in dem Entspannung geplant wird. Und Diskussionen, in denen niemand zuhört - aber alle recht haben.
Dieses Buch nimmt sich Zeit. Es kreist, übertreibt, seziert und hält gnadenlos den Spiegel vor. Nicht von oben herab, sondern von mittendrin. Der Humor ist scharf, manchmal unangenehm nah und oft befreiend ehrlich. Man lacht - und merkt ein paar Sekunden später, dass man selbst gemeint war.
Immer wieder tauchen diese Sätze auf: - "Man wird ja wohl noch sagen dürfen." - "Ich hab ja nichts gegen, aber ..." - "Das hat früher auch funktioniert." - "Da müssen wir erst mal drüber reden."
Und jedes Mal denkt man: Ja. Genau so.
Dieses Buch ist kein Ratgeber. Es bietet keine Lösungen. Es verspricht keine bessere Zukunft.
Aber es tut etwas viel Wichtigeres: Es erkennt Muster. Es benennt Gewohnheiten. Es macht sichtbar, was wir sonst so perfekt verdrängen.
Und vielleicht - ganz vielleicht - entsteht dabei etwas Unerwartetes: die Erkenntnis, dass wir uns zwar regelmäßig selbst im Weg stehen - aber wenigstens gemeinsam.
Peter Grosche: Er startete seine schriftstellerische Laufbahn mit Sachbüchern - insbesondere Lehrheften für Keyboard und Klavier. Etliche dieser Werke entwickelten sich zu Bestsellern und wurden über Jahre hinweg zu gefragtem Unterrichtsmaterial an Musikschulen im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine klare Didaktik, praxisnahe Methodik und sein Gespür für Motivation machten ihn schnell zu einem geschätzten Namen in der Musikpädagogik.
Doch das reine Vermitteln von Wissen reichte ihm bald nicht mehr. Ab 2018 begann er, erste Manuskripte für Kinder- und Jugendbücher zu verfassen - fantasievoll, bildstark, mit Gefühl. 2024 wurden diese Werke erstmals veröffentlicht. Zeitgleich öffnete sich ein neues literarisches Fenster: Belletristik.
Seit 2020 widmet er sich psychologisch dichten Stoffen - Krimis, Thriller, sozialkritische Romane - oft düster, immer intensiv, stets mit Blick auf die Realität hinter der Fassade.
Seine Geschichten beschäftigen sich mit Kontrolle, Verletzlichkeit, Machtverhältnissen - und mit dem Versuch, trotz allem frei zu bleiben.
Er beschreibt es mit folgenden Worten: "Bücher haben die Kraft, Menschen zu verbinden - über Zeit, Sprache und Erfahrung hinweg. Ich will Geschichten erzählen, die etwas in uns berühren: Abenteuer, die mitreißen. Gedanken, die bleiben. Wenn meine Geschichten jemandem Mut machen, Gänsehaut schenken oder einfach eine Stunde vergessen lassen - dann war es das wert."
Schreiben ist für ihn keine Tätigkeit. Es ist ein innerer Auftrag. Und jede Geschichte ist ein neuer Schritt auf diesem Weg.
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