Was, wenn Sie eine Nacht lang mit elf Menschen an einem Tisch säßen, die Ihnen alle widersprechen, und jeder von ihnen hätte recht?
Ein Mann von zweiundvierzig fährt an einem regnerischen Freitagabend in seine Stammbar, einen Berliner Jazzclub, in dem ein Stück vorgestellt wird, das denselben Titel trägt wie dieses Buch. Er kommt nicht an. Ein Auto von links, zwölf Minuten ohne Bewusstsein.
In diesen zwölf Minuten sitzt er eine ganze Nacht an einem runden Tisch, zwölf Stühle, elf besetzt. Sokrates, Diogenes, Epikur, Konfuzius, Rumi, Machiavelli, Marx, Schopenhauer, Nietzsche, Dostojewski und Sartre. Der zwölfte Platz ist für ihn.
Ihm ist nichts passiert. Er hat eine Wohnung, einen Beruf, Geld für acht Monate, vierhundertsechs Kontakte im Telefon und zwei Menschen, die er anrufen könnte. Seine Mutter wohnt zweihundertzehn Kilometer entfernt und kann seit Februar nicht mehr allein einkaufen. Es gibt eine Sache, über die er seit sechs Jahren nicht redet.
Achtzehn Runden lang nehmen die elf ihn auseinander, und sie geben ihm kein einziges Mal einen Rat. Sie streiten, sie unterbrechen einander, sie lachen, und sie halten sich gegenseitig ihre eigenen Sätze vor. Keine Position gewinnt. Am Ende wird ihm der freie Platz angeboten, und da versteht er zum ersten Mal, was dieser Platz kostet.
Ein Roman über einen Mann, dem nichts fehlt und dem nichts passiert ist. Über die Frage, warum das nicht reicht. Und über elf Menschen, die je einen Gedanken so weit getrieben haben, dass er sie überlebt hat, und die dafür alles bezahlt haben, was daneben lag.
Zum Buch erscheint zeitgleich ein Album gleichen Titels.
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