Der Wildtöter erschien als letzter Band des fünfteiligen Lederstrumpf-Zyklus. Im chronologischen Handlungsablauf der Serie bildet der Roman den ersten Band. In den 1740er Jahren kommen die beiden Waldläufer Henry March und Natty Bumppo, genannt Wildtöter, an den Glimmerglaßsee im Bundesstaat New York. March kommt, um den ehemaligen Seemann Tom Hutter zu besuchen. March und Bumppo paddeln mit einem Kanu zu Hutters Blockhaus »Biberburg«. Da niemand zu Hause ist, vermuten die beiden Trapper die Bewohner auf dem Hausboot »Arche«. Als sie das Boot in einer Bucht finden, können sie gerade noch einen Angriff der Huronen auf die Familie verhindern. Die Gruppe segelt zusammen zum Blockhaus. March und Hutter beschließen, nachts in das Lager der Huronen einzudringen und möglichst viele zu erschlagen und zu skalpieren, um vom Gouverneur ein Kopfgeld zu erhalten. Beide werden als skrupellose und egoistische Abenteurer beschrieben, denen das Leben eines Indianers nichts gilt. Hutter und March werden von den Huronen entdeckt und gefangen genommen. Zurück im Blockhaus beschließen Wildtöter und die Frauen, die Ankunft Chingachgooks abzuwarten. Die geistig beschränkte Hetty versucht, ihren Vater auf eigene Faust zu befreien. Hetty hat eine Bibel mitgenommen und bittet Häuptling Rivenoak, die Gefangenen aus Gründen der Nächstenliebe freizulassen. Ihr Versuch scheitert, jedoch erklären sich die Huronen bereit, die Männer gegen ein Lösegeld einzutauschen. Der Neusatz des Textes folgt der vierten Auflage von 1853, erschienen in der Hoffmann'schen Verlags-Buchhandlung, Stuttgart. Die Abbildungen von Andriolli in der Ausgabe unter dem Titel »Historical Stories of American Pioneer Life by Fenimore Cooper«, Washington 1897. Der Text wurde gemäß der Alten deutschen Rechtschreibung behutsam modernisiert; altertümliche Wendung und Begriffe blieben unverändert.
James Fenimore Cooper (1789-1851) war ein amerikanischer Schriftsteller der Romantik. Cooper ist in vielerlei Hinsicht eine Schlüsselfigur der amerikanischen Literatur. Neben Washington Irving war er der erste amerikanische Schriftsteller, der von seinen Büchern leben konnte. Er blieb bis weit in das 20. Jahrhundert hinein auch in Europa der wohl meistgelesene. Nach dem Vorbild Sir Walter Scotts schrieb er die ersten historischen Romane und die ersten Seefahrtsromane der amerikanischen Literatur. Sein umfangreiches Werk umfaßt weiter zahlreiche historiographische Werke, Essays und Satiren über Amerika wie Europa. Besonders bekannt sind bis heute seine fünf Lederstrumpf-Romane, die die Erschließung des amerikanischen Westens durch weiße Scouts, Trapper und Siedler, aber auch die allmähliche Zurückdrängung und Vernichtung der indianischen Kultur thematisieren.
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