Die noch heute existierende Künstlerkolonie Berlin ist eines der ruhigsten und geschichtsträchtigsten Straßenviertel der Deutschen Hauptstadt. Zugleich ist es dem breiten Publikum eher unbekannt. Gelegen im Bezirk Wilmersdorf, wurde die Künstlerkolonie von 1927 bis 1930 erbaut und finanziert auf Initiative der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und des Schutzverbands deutscher Schriftsteller. Mit der Künstlerkolonie sollte für die oft in prekären Verhältnissen lebenden Künstlerinnen und Künstler Berlins bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Vom Volksmund erhielt sie deswegen auch bald den Spitznamen Hungerburg. Von den Hunderten Bewohnern der Künstlerkolonie sind noch heute viele Namen nicht bekannt. Andere jedoch sehr wohl. Die Katalonische Autorin Anna Tortajada („Nahid, meine Afghanische Schwester“, „Palästina – die Symphonie der Erde“) hat sich nun des Künstlerviertels neu angenommen. Wohl recherchiert und mit politischem und sozialem Biss erzählt sie in ihrem neuen Werk Der Rote Block entlang der Lebenswege bekannter Künstlerinnen und Künstler die fiktive Geschichte eines jungen Liebespaares in Berlin. In der Begegnung von Else und Fritz, wie auch in den Leben der Bewohnerinnen und Bewohner der Künstlerkolonie, stoßen der Wunsch nach finanzieller, künstlerischer und weiblicher Unabhängigkeit immer stärker auf die sich wandelnden politischen Verhältnisse. Der dokumentarisch-szenische Roman entfaltet sich dabei vor den Augen der Leserschaft wie ein Filmdrehbuch über das Leben und Überleben von der Weimarer Republik hinein in den Nationalsozialismus – und über sein Ende hinaus in die neue Freiheit.
Anna Tortajada *1957 in Katalonien. 1989-2015 war sie im literarischen Übersetzungsbereich tätig und hat viele deutsche Autoren sowohl ins Spanische als auch ins Katalanische übersetzt. Im Auftrag mehrerer Verlage hat sie Gutachten zu deutschen Buchveröffentlichungen erstellt. Als Autorin hat sie seit 2000 über 20 Titel im Bereich Kinder- und Jugendliteratur, sowie historische Romane und Belletristik veröffentlicht. Diese überwiegend in Katalanisch, aber auch auf Spanisch. Mehrere ihrer Werke sind in andere Sprachen übersetzt worden und international erschienen. Gleichzeitig ist Anna Tortaja im Bereich Drehbuch und für Rundfunkanstalten tätig. Hinzu kommen regelmäßige Veröffentlichungen von Zeitungsartikeln und Mitarbeit an Fernseh- und Radioprogrammen. In Februar 2001 erhielt die Autorin die Medien-Sonderbelobigung des Instituts für Menschenrechte des Katalanischen Parlaments für ihr Engagement. 2011 den Preis des Berufsverbands APEI, im Bereich Presse. Seit die Autorin in Berlin lebt, hat sie angefangen ihre Texte auf Deutsch zu schreiben. Mehrere ihrer Bücher liegen vor im Verlag Akademie-der-Abenteuer.
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