Die Aufzeichnungen des Laienbruders sind Betrachtungen über den Dharma des Buddha, geschrieben in der Sprache des fünfzehnten Jahrhunderts. Es ist nicht der milde Buddha der Ratgeberregale: kein Trost, keine Achtsamkeitsübung, kein Versprechen. Der Laienbruder findet die Lehre des Buddha dort, wo sie immer war, am eigenen Leib, in der Mühsal, im Sterben des Viehs, im Gras, das sich wieder aufrichtet. Sein Weg ist der Pfad des Fleisches: der Leib als einziger Zeuge des Dharma. Am Ende steht einer, der ankommt und die Lehre nicht mehr braucht, denn getan ist, was zu tun war.
Ein Buch über Buddhismus ohne Buddhismus, über den Dharma ohne fremde Worte, über Erwachen ohne Räucherwerk. Wer Erbauung sucht, wird hier nicht bedient. Wer wissen will, was vom Dharma des Buddha übrig bleibt, wenn man alles Überflüssige fortlässt, findet es in diesem schmalen Band.
Man nennt ihn den Laienbruder, und so nennt er sich selbst; es ist kein Name, es ist ein Stand. Der Laienbruder ist der Niedrigste im Haus: keine Weihen, kein Amt, keine Würde zu verlieren, und gerade darum schwer zu greifen. Er geht auf das siebzigste Jahr und hat ein ganzes Leben in der Welt gehabt, dazu an die vierzig Jahre Übung. Er ist keiner Lehre untertan und keinem Lehrer, doch er folgt den Spuren des Erwachten, wie man den Spuren eines grossen Jägers nachgeht: nicht um ihn anzubeten, sondern um zu lernen, wie er das Wild gestellt hat. Er lebt als Klausner zwischen den Flüssen im Dharmaland und schreibt auf, was der Leib ihm bezeugt, denn einzig der Leib ist der Zeuge.
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