Ostberlin, 1981. Der zwölfjährige Christian sitzt zwei Stunden lang nachts in einer Bushaltestelle. In seinem Schoß ruht der Kopf seiner Mutter. Er weint nicht. Er ruft nicht um Hilfe. Er wartet. Ostsee, 1982. Ein Forschungsschiff rettet eine Frau vor den Soldaten der Grenzbrigade Küste - eine Frau, deren Erinnerungen Dinge verraten, die sie nicht wissen kann. DDR 1989. Die Mauer fällt, im Ministerium für Staatssicherheit glühen die Reißwölfe und für den Jungen von damals endet das Warten. Acht Jahre lang hat er sich jeden einzelnen Tag auf diesen Moment vorbereitet - geduldig, präzise ... tödlich. Nur sind die Mörder seiner Mutter längst geschützt von einem Netz, das weit über die Grenzen der zerfallenden DDR hinausreicht. Sogar bis nach Oslo. Da finanziert der Großreeder Ruud Ängström 1990 eine Expedition in die Antarktis. Zu einem Ziel, das ein sowjetischer Physiker auf einer Karte eingezeichnet hat, die niemand gesehen haben durfte. Sie finden nicht, was sie gesucht haben. Und was sie findet, haben sie nicht gesucht. Drei Stränge, ein einziges Prinzip: Vergeltung ist keine Emotion. Sie ist eine mathematische Notwendigkeit. Und alles, wirklich alles, konvergiert in einer Nacht in Schwerin. Und sie roch nach nassem Stein.
Rainer Sonnberg, Jahrgang 1959, war bis zum Ende der DDR Truppenoffizier der Nationalen Volksarmee. Nach 1990 spezialisierte er sich in der industriellen Informatik auf die Sicherheit kritischer Steuerungssysteme. In seinem Debütroman »Der im Regen tanzt« verknüpft er historische Realität mit wissenschaftlicher Spekulation zu einem dichten Geflecht aus Kausalität und Konsequenz. Er lebt heute am Millstätter See. Sein Vertrauen gilt der analytischen Beobachtung, der kompromisslosen Loyalität seiner Rottweilerhündin Toska und Menschen, deren Bücherregale größer sind als ihre Fernseher.
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