Was verändert sich im Menschen, wenn Kampfkunst über viele Jahre zu einem Teil seines Lebens wird?
Jiu-Jitsu ist weit mehr als das Erlernen wirkungsvoller Techniken zur Selbstverteidigung. Mit zunehmender Erfahrung rücken Disziplin, Selbstreflexion, innere Haltung und persönliche Entwicklung in den Mittelpunkt. Der Weg zum schwarzen Gürtel wird damit auch zu einem Weg der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit.
In "Der geistige Weg im Jiu-Jitsu" untersucht Joline Humrich, wie die Persönlichkeitsmerkmale der sogenannten Big Five - Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus - bei Dan-Trägern im Jiu-Jitsu ausgeprägt sind. Grundlage ist eine empirische Untersuchung, die quantitative und qualitative Methoden miteinander verbindet.
Dabei schlägt die Autorin eine besondere Brücke zwischen moderner Persönlichkeitspsychologie und den traditionellen Grundlagen japanischer Kampfkunst. Neben dem Big-Five-Modell werden die Geschichte und Philosophie des Jiu-Jitsu, der Begriff des "Do" - des Weges, Dojo-Kultur und Etikette, Graduierungssysteme sowie die Bedeutung langjährigen Trainings für die persönliche Entwicklung betrachtet.
Die Ergebnisse weisen auf einen positiven Zusammenhang zwischen langjährigem Jiu-Jitsu-Training und Aspekten der Persönlichkeitsentwicklung hin. Besonders deutlich zeigt sich dies im Bereich der emotionalen Stabilität der untersuchten Dan-Träger.
Ein Buch für Jiu-Jitsuka und Budoka, Trainer und Dan-Träger ebenso wie für Leser, die sich für die psychologischen und persönlichen Dimensionen der Kampfkunst interessieren.
Eine wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit einer zentralen Frage des Budo: Was geschieht mit dem Menschen auf dem Weg vom weißen zum schwarzen Gürtel - und darüber hinaus?
Joline Humrich beschäftigt sich seit ihrer Kindheit intensiv mit Jiu-Jitsu und der Frage, wie Kampfkunst nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch die persönliche Entwicklung prägt. Ihren eigenen Weg im Jiu-Jitsu begann sie bereits im Alter von sechs Jahren. Nach vielen Jahren kontinuierlichen Trainings legte sie 2014 die Prüfung zum 1. Dan ab und setzte ihre Ausbildung bis zum 3. Dan fort.
Im Laufe ihrer langjährigen Kampfkunstpraxis rückte für sie zunehmend die Bedeutung des "Do" - des geistigen Weges in den Mittelpunkt. Aus der zunächst sportlichen Zielsetzung, den schwarzen Gürtel zu erreichen, entwickelte sich ein tiefergehendes Interesse an den psychologischen, philosophischen und persönlichen Aspekten des Jiu-Jitsu.
Diese Verbindung von praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Betrachtung bildet die Grundlage ihres Buches "Der geistige Weg im Jiu-Jitsu". Darin setzt sich Joline Humrich insbesondere mit der Frage auseinander, wie die Persönlichkeitsmerkmale der Big Five bei erfahrenen Dan-Trägern ausgeprägt sind und welche Bedeutung langjähriges Kampfkunsttraining für die persönliche Entwicklung haben kann.
Mit ihrer Arbeit verbindet sie damit zwei Perspektiven: die langjährige Erfahrung einer aktiven Jiu-Jitsuka und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Persönlichkeit und Kampfkunst.
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