Hans Drieschs Schrift "Das Problem der Freiheit" (1917/1920) zählt zu den klarsten und strengsten Untersuchungen des Freiheitsbegriffs im deutschsprachigen Denken des frühen 20. Jahrhunderts. Ausgehend von seiner Entelechie-Lehre und dem organischen Leben fragt Driesch nach der Möglichkeit echter, d. h. durch nichts bestimmter Freiheit - jenseits von Mechanismus und bloßer Indeterminiertheit. In der zweiten Auflage konnte der Autor unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit einen wichtigen Anhang von wenigen Seiten nicht mehr in den Haupttext einarbeiten. Die vorliegende Neuausgabe folgt erstmals seinen genauen Hinweisen und verbindet Anhang und Haupttext zu der Fassung, die Driesch selbst angestrebt hatte: eine knappe, streng durchdachte Untersuchung des Freiheitsproblems im Rahmen seiner Ordnungs- und Wirklichkeitslehre.
Hans Driesch (1867-1941) war deutscher Biologe und Philosoph. Als experimenteller Embryologe (berühmte Seeigel-Versuche) wurde er zum Begründer des Neovitalismus und entwickelte den Begriff der Entelechie weiter. Später wandte er sich der systematischen Philosophie zu und schuf mit der "Ordnungslehre" und der "Wirklichkeitslehre" ein eigenständiges System. "Das Problem der Freiheit" gehört zu seinen klarsten kleineren Schriften und verbindet biologische Einsichten mit metaphysischer Strenge.
Wolfram Bahmann (Hrsg.)
Der Herausgeber ist Privatmann im Ruhestand. Ausgebildet als Naturwissenschaftler, hat er sich über Jahrzehnte autodidaktisch und erfahrungsnah mit philosophischen und spirituellen Fragen beschäftigt. Als kritischer Selbstdenker nähert er sich den Texten ohne akademischen Anspruch. Als Herausgeber widmet er sich älteren, oft vergriffenen Werken von Philosophen und Mystikern und bereitet sie als Neuausgaben auf - teilweise mit Übertragungen in die heutige Alltagssprache oder mit einleitenden Zusammenfassungen.
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