Das PISAster
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Das PISAster

Warum wir ein 5.000 Jahre altes Schuldesign auf den Prüfstand stellen müssen - statt unsere Kinder

Stefan Winter, Deborah Maffia

Schule & Lernen

ePUB

1,3 MB

DRM: Wasserzeichen

ISBN-13: 9783696747213

Verlag: BoD - Books on Demand

Erscheinungsdatum: 05.10.2026

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Deutsches Schulsystem Kritik, PISA Bildungskrise Deutschland, Schulreform Deutschland, Basiskompetenzen Schule, Individuelles Lernen Lehrplan reformieren

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Zentrale Organisationsprinzipien heutiger Schulen sind uralt und verursachen heute zwei grundlegende Probleme: Standardisierung und Irrelevanz.

Standardisierung: Kinder werden nach Alter gruppiert und in denselben Fächern im selben zeitlichen Umfang unterrichtet. Manche kommen damit gut zurecht, viele nicht. Wer zurückfällt, bekommt keine ausreichende Lernzeit zur Lösung der Probleme. Rückstände werden über Noten dokumentiert. Beseitigt werden sie meist nicht.

Dabei ist insbesondere Sprachkompetenz eine Voraussetzung für nahezu jeden weiteren Bildungserfolg. Wer Erklärungen, Aufgabenstellungen und Lehrtexte nicht ausreichend versteht, kommt auch mit Geschichte, Erdkunde, Biologie oder Mathematik nicht zurecht.
Deshalb sollten Defizite in grundlegenden Kompetenzen oberste Priorität haben. Ein Kind mit erheblichen Sprachproblemen sollte vorübergehend mehr Deutschunterricht erhalten, auch wenn dafür andere Fächer reduziert werden müssen. Sind die Rückstände aufgeholt, wird das Lernangebot wieder breiter.

Irrelevanz: Unterricht ist nutzlos, wenn ein Kind ihm sprachlich nicht folgen kann. Eine Stunde in einem Fach, dem man sprachlich nicht folgen kann, ist für das Kind zudem sehr teuer: Diese Stunde fehlt genau dort, wo der grundlegende Lernrückstand beseitigt werden könnte.

Die zentrale These von Das PISAster lautet deshalb: Wir sollten die Standardisierungslogik der Schulbildung umdrehen.

Standardisierung heute: Wir standardisieren Fächerkataloge und Unterrichtszeiten und akzeptieren, dass Kinder sehr unterschiedliche Kompetenzen erwerben oder auch scheitern. Die Unterschiede zwischen Kindern dokumentieren wir lediglich über unterschiedliche Noten.

Standardisierung morgen: Wir definieren, welche Kompetenzen besonders wichtig sind und tatsächlich erreicht werden sollen. Fallen Kinder zurück, wird ihr Lernangebot vorübergehend schmaler und die Lernzeit auf die wichtigsten Kompetenzen konzentriert. Holen sie auf, wird das Angebot wieder breiter.

Nicht das Kind muss sich einem starren Fächerkatalog anpassen. Der Fächerkatalog passt sich stärker daran an, was das Kind gerade braucht. Und was es tatsächlich bewältigen kann.

Das Schulsystem würde dann nicht mehr vor allem über schlechte Noten und die Einsortierung in unterschiedliche Schulformen auf Leistungsunterschiede reagieren. Es würde über eine flexible Verteilung von Lernzeit reagieren. Mit einem klaren Ziel: Lernrückstände möglichst schnell beseitigen, statt sie jahrelang nur zu dokumentieren.
Stefan Winter

Stefan Winter

Prof. Dr. Stefan Winter, Jahrgang 1964, studierte Wirtschaftswissenschaften in Hannover und erwarb seinen Doktorgrad 1995 an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er sich 1998 auch habilitierte. Von 2000 bis 2004 lehrte er allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Personal und Organisation an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Seit 2004 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Human Resource Management an der Ruhr-Universität in Bochum. Seine Interessengebiete sind menschliches Verhalten und Verhaltensfehler, Organisationsgestaltung und Bildungsorganisation. Stefan Winter wurde mehrfach mit dem Lehrpreis seiner Fakultät für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Er lebt heute mit seiner Frau in Witten.

Deborah Maffia

Deborah Maffia

Deborah Maffia wurde 1992 in Schwelm (Ennepe-Ruhr-Kreis) geboren. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau studierte sie von 2015 bis 2020 Wirtschaftswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Bereits während des Studiums war sie als Hilfskraft am Lehrstuhl für Human Resource Management von Prof. Dr. Stefan Winter tätig, an dem sie seit 2020 als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet. Im Rahmen ihrer Promotion befasst sie sich mit Fragestellungen der Bildungsökonomik, insbesondere mit der Optimierung von Bildungsabschlüssen. Deborah Maffia lebt mit ihrem Partner in Bochum.

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