Als Nora nach dem Tod ihres Vaters in das Haus am Wasser zurückkehrt, will sie eigentlich nur den Nachlass ordnen und das Haus möglichst schnell wieder verlassen. Doch zwischen alten Fotografien, Briefen, einer Kassette und den Geschichten der Menschen, die geblieben sind, gerät etwas ins Wanken, ihre Erinnerung. Nora war siebzehn, als ihre Mutter Eva verschwand. Mehr als dreißig Jahre lang glaubte sie zu wissen, was damals geschehen war. Doch je länger sie im Haus bleibt, desto deutlicher wird, dass Erinnerung keine zuverlässige Chronik ist. Ein Satz kann an einem anderen Ort gefallen sein. Zwei Menschen können dieselbe Nacht unterschiedlich erinnern und beide können die Wahrheit sagen. Stück für Stück beginnt Nora nicht nur ihre Eltern anders zu sehen, sondern auch sich selbst. Wie viel von ihrem heutigen Leben ist aus dem Versuch entstanden, andere Menschen zu lesen, Verluste vorauszuahnen und niemals wieder überrascht zu werden? Das Haus am Wasser ist ein psychologischer Familienroman über Erinnerung, Schuld, Liebe und die Geschichten, die wir uns erzählen, um mit unserer Vergangenheit leben zu können. Ein leiser, atmosphärischer Roman über die Erkenntnis, dass Wahrheit manchmal mehr als eine Farbe hat.
Patrick Bovani schreibt psychologisch geprägte Romane über Erinnerung, Familie und die leisen Brüche zwischen Menschen. Ihn interessiert besonders der Moment, in dem scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten und unterschiedliche Wahrheiten nebeneinander bestehen können. Mit Das Haus am Wasser verbindet er eine atmosphärische Familiengeschichte mit der Frage, wie sehr unsere Erinnerungen bestimmen, wer wir heute sind.
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