Das geraubte Gedächtnis

Das geraubte Gedächtnis

Digitale Systeme und die Zerstörung der Erinnerungskultur. Eine kleine Geschichte des Vergessens

Manfred Osten

Geschichte & Biografien

Paperback

126 Seiten

ISBN-13: 9783458241430

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 20.07.2018

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Auswirkung, Digitalisierung, Geschichte, Kultur, Taschenbuch

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Als die Gefährten des Odysseus von den Lotophagen bewirtet werden, vergessen sie alles und denken nicht daran, in ihre Heimat zurückzukehren. Mit Gewalt müssen sie aufs Schiff gebracht werden, um die Heimreise fortzusetzen.
Dieser Mythos markiert den Beginn einer Geschichte des Vergessens, die die Geschichte der menschlichen Kultur als ihre andere Seite begleitet und heute mit der schwindenden Nachhaltigkeit digitaler Systeme und ihrer scheinbar unermeßlichen Speicherkapazität einen neuen Höhepunkt erreicht.
Bereits Goethe rief dazu auf, der Destruktion des Gedächtnisses entgegenzuwirken, und im 19. Jahrhundert versuchte die Romantik, durch die Hinwendung zum Mittelalter das kulturelle Gedächtnis zurückzugewinnen, während die an der Zukunft orientierten Ideologien die Weltgesellschaft lediglich ökonomisch optimieren wollten – ein Konzept, das seine Geltung grundsätzlich bis zur globalen Wirtschaftsgesellschaft des 21. Jahrhunderts behalten hat und das in der Hirnforschung, in der Gerontologie und in der Gentechnik ganz neue Dimensionen gewinnt.
Manfred Osten beschreibt in seinem Essay erstmals die Geschichte des Vergessens als Teil der Kulturgeschichte, von den Anfängen bis zur Gegenwart, bis zur Problematik heutiger digitaler Speichersysteme, die das menschliche Gedächtnis entlasten sollen, zugleich aber auch immer fragiler werden und damit den fortschreitenden Verlust des kulturellen Gedächtnisses geradezu ›programmieren‹.
Manfred Osten

Manfred Osten

Geboren 19. Januar 1938 in Ludwigslust (Mecklenburg)



1952

Flucht in die Bundesrepublik Deutschland



1952 - 1959

Neusprachliches Gymnasium Bad Iburg



1959 - 1964

Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaften und Literatur in Hamburg und München



1964

1. juristisches Staatsexamen in München



1968

2. juristisches Staatsexamen in München



1968

Internationale Privatrechtsstudien (Univ. Luxemburg)



1969

Promotion "Über den Naturrechtsbegriff in den Frühschriften Schellings"



1969

Eintritt in den Auswärtigen Dienst



1969 - 1970

Frankreich, Botschaft Paris (Attaché-Ausbildung)



1971 - 1973

Kamerun, Botschaft Jaunde (Kultur- und Pressereferent)



1972

Tschad, Botschaft Fort Lamy (Geschäftsträger a. i.)



1973 - 1976

Bonn, Auswärtiges Amt (Länderreferent im Referat für "Südliches Afrika")



1976 - 1980

Ungarn, Botschaft Budapest (Leiter der Wirtschaftsabteilung)



1980 - 1983

Australien, Generalkonsulat Melbourne (stellvertretender Generalkonsul)



1983 - 1986

Bonn, Auswärtiges Amt (stellvertretender Leiter des Grundsatzreferates Dritte Welt Politik)



1986 - 1992

Japan, Botschaft Tokyo (Pressesprecher, anschließend Leiter der Kultur- und der Rechts- und Konsularabteilung)



1993 - 1994

Bonn, Leiter des Osteuropa-Referats (Mittel-, Ost und Südosteuropa, Russland, Mittelasien) im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung



Verheiratet seit 1966, 3 Kinder.

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