Moral dient nicht nur der Orientierung. Sie kann auch Beziehung ersetzen.
Dieses Buch untersucht eine Verschiebung im Umgang mit Moral: Dort, wo Moral nicht mehr der Verständigung dient, sondern ein fragiles Selbst stabilisiert, verliert sie ihre dialogische Funktion. An die Stelle von Klärung tritt Gewissheit; Beziehung wird durch Position ersetzt.
Anhand von Selbstverhältnis, Beziehung und institutionellen Kontexten beschreibt der Text, wie moralische Gewissheit entsteht, welche Formen sie annimmt und warum sie sich verfestigt. Im Zentrum steht nicht die Bewertung moralischer Inhalte, sondern die Analyse ihrer Funktion: Wann eröffnet Moral Beziehung und wann ersetzt sie sie?
Eva Maria von Lonski schreibt an der Schnittstelle von Phänomenologie, Psychodynamik und Gesellschaftsanalyse. Ihr Interesse gilt den Formen, in denen Unsicherheit, Moral und Beziehung ineinandergreifen.
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