Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes

Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes

Margarete Susman

Gesellschaft, Politik & Medien

Paperback

168 Seiten

ISBN-13: 9783633241828

Verlag: Suhrkamp

Erscheinungsdatum: 07.05.2019

Sprache: Deutsch

Schlagworte: Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, Bibel, Buch, Taschenbuch, Schicksal

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1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, schrieb in Zürich die Philosophin und Schriftstellerin Margarete Susman Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes. Es ist der Versuch angesichts der Shoah, »in diesem Augenblick einer Weltkatastrophe«, die Geschichte des jüdischen Volkes aus dem Buch Hiob zu erklären, seinem Hadern mit Gott, seinem Fragen nach Gerechtigkeit. ln einzelnen Abschnitten über den Ursprung, die Schuld, die Verfolgung, den Zionismus, die Hoffnung deutet sie das Buch Hiob neu. Die überlieferte biblische Geschichte erweist sich als unvermindert gegenwärtig. »Jude sein heißt, sich entscheiden«, heißt es am Beginn lakonisch, und im Fortgang entfaltet Margarete Susman Grenzen und Möglichkeiten einer solchen Entscheidung.
Margarete Susmans Das Buch Hiob und das Schicksal des jüdischen Volkes ist heute weithin vergessen. Ihr Beharren auf einer religiösen Substanz in Formen des alltäglichen Zusammenlebens, in der Dichtung wie Philosophie mutet fremd an. Doch es ist eine Fremdheit, mit der vertraut zu machen sich lohnt. Ihre Hiobdeutung, die sie zuerst 1929 in einem Aufsatz über Franz Kafka vorbrachte, hat Martin Buber, Walter Benjamin, Gershom Scholem und Paul Celan beeinflußt. »Es gibt«, schreibt Margarete Susman, »keine große Leistung des Judentums im Exil bis in die späte Dichtung Kafkas hinein, die den Prozeßpartner nicht mehr mit Namen nennt, die nicht im Kern eine Theodizee, der Versuch einer Rechtfertigung Gottes vor seinem Volk oder eine Rechtfertigung des Volkes vor Gott wäre. Die ganze große nachbiblische Überlieferung kreist letztlich um diese Frage.«
Margarete Susman

Margarete Susman

Margarete Susman, 1872 in Hamburg geboren, 1966 in Zürich gestorben, gilt als eine der bedeutenden Philosophinnen des vergangenen Jahrhunderts. 1992 erschien im Jüdischen Verlag unter dem Titel Das Nah- und Fernsein des Fremden eine Sammlung von Essays und Briefen, herausgegeben von Ingeborg Nordmann, und 1996 ihr Buch Frauen der Romantik als insel taschenbuch 1829.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Mai 2022

»Die zentrale Frage von Susmans Hiob … ist und bleibt unlösbar. Seinen historischen Rang hat das Buch als ein früher, vollkommen ungeschützter Versuch, sich der Jahrhundertkatastrophe zu stellen, ohne einzuwilligen in den Verlust des eigenen Glaubens … dieser Versuch ist einzigartig.«

ekz.bibliotheksservice

August 2022

»Diese eminent theologische Sichtweise der jüdischen Geschichte war und ist bis heute umstritten, weil man darin eine Nivellierung des Holocausts zu erkennen glaubt, dabei hat sie das Potential, weitaus stabilere Brücken zwischen dem Judentum und dem Christentum, ja zur Menschheit als ganzer zu schlagen.«

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