Ein DNA-Test liefert Listen, Zahlen und Dateien, aber keine Vorfahren. Wer zum ersten Mal vor einer Match-Liste mit über tausend Namen sitzt, von denen fast alle nur winzige Mengen DNA mit ihm teilen, fragt sich zu Recht, was er damit anfangen soll.
Dieses Buch erklärt Schritt für Schritt, wie aus den Ergebnissen eines Tests belastbare Aussagen über die eigene Familie werden. Es zeigt, was die drei Testarten leisten und welcher Test zu welcher Frage passt, wie man eine Match-Liste liest, was ein Segment ist und wann man ihm trauen darf, wie Cluster, Triangulation und Chromosomen-Karte zusammenwirken und wie man mit Y-DNA und mtDNA die Vaterlinie und die Mutterlinie verfolgt. Ebenso deutlich sagt es, wo jede Methode an ihre Grenzen stößt und wann ein Befund als Beleg gelten darf.
Alle Beispiele stammen aus den eigenen Daten des Autors und seines Vaters, mit allen Lücken und offenen Fragen, die echte Forschung mit sich bringt. Vier Fallstudien führen die Werkzeuge zusammen, darunter die Suche nach einem unbekannten Großvater. Eigene Kapitel behandeln Datenschutz, Recht und den Umgang mit unerwarteten Ergebnissen.
Das Buch richtet sich an Einsteiger und an Familienforscher, die bisher mit Kirchenbüchern gearbeitet haben, und setzt kein Vorwissen in Biologie voraus. Über hundert Abbildungen und Tabellen, ein Glossar und ein ausführlicher Quellenanhang machen es auch zum Nachschlagewerk.
Zum Buch gehört das kostenlose Programm Clavis Genetica für den Mac, das DNA-Dateien auf dem eigenen Rechner öffnet, erklärt und vergleicht, ohne dass Daten irgendwohin hochgeladen werden müssen. Aktualisierungen und weiterführende Verweise stehen auf der Seite zum Buch unter f97.be/cg.
Erik Schmidt wurde in Aachen geboren und ist dort und in den Niederlanden aufgewachsen. Er hat Mathematik, Informatik und Politikwissenschaft studiert und arbeitet seit über vier Jahrzehnten mit digitalen Systemen und technischen Infrastrukturen. Ahnenforschung betreibt er seit etwa dreißig Jahren, zunächst gemeinsam mit seinem Vater in deutschen und niederländischen Archiven und seit dem Aufkommen der DNA-Tests auch mit den Mitteln der genetischen Genealogie. Seine Familie stammt väterlicherseits aus Thüringen und mütterlicherseits aus Rotterdam, dem übrigen Südholland und Zeeuws-Vlaanderen. Die Werkzeuge, die ihm für die Auswertung der eigenen Daten fehlten, hat er selbst entwickelt; daraus ist das Programm Clavis Genetica entstanden. Daneben schreibt er über Energie, Digitalisierung und Infrastruktur.
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