Das Werk parodiert den klassischen Bildungs- und Entwicklungsroman sowie die Memoirenliteratur und steht sowohl in der Tradition des Abenteuer- als auch des Schelmenromans. Schon früh zeigt sich Felix Krulls besonderes Talent zum Rollenspiel. Als Achtjähriger beteiligt er sich an einem Kurkonzert mit einer Geige, die keinen Ton hervorbringt. Das Publikum ist entzückt von dem vermeintlichen Wunderkind. Des Öfteren steht er seinem Paten in unterschiedlichen Kostümierungen Modell, wobei er in jeder Verkleidung vollkommen glaubhaft und natürlich wirkt. Um der verhaßten Schule zu entgehen, lernt er, die Unterschrift seines Vaters perfekt zu fälschen. Zum gleichen Zweck übt er, Krankheiten zu simulieren, und bringt es mit Willensstärke so weit, daß selbst der Hausarzt, der ihn zunächst zu durchschauen glaubt, vor seiner Schauspielerei kapituliert. Zum Schlüsselerlebnis für Felix wird eine Begegnung mit dem Schauspieler Müller-Rosé, der auf der Bühne das Publikum als strahlender Held begeistert, sich in der Garderobe aber als besonders häßlicher und vulgärer Mensch erweist. Felix erkennt, daß der Begabung Müller-Rosés, die Menge zu verzaubern, dem Bedürfnis des Publikums nach Illusion und Verführung entspricht. Im Alter von 16 Jahren geht Felix eine mehrjährige sexuelle Beziehung mit seinem Zimmermädchen Genovefa ein und gelangt dabei zu der Überzeugung, daß er zwar nicht als Schüler, wohl aber als Liebhaber über eine ganz außerordentliche Begabung verfüge. Noch bevor Felix volljährig ist, macht der Vater Bankrott und erschießt sich. Alles weitere im Roman... [Wikipedia]
Thomas Mann (1875-1955) war einer der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1929 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Dem 1901 erschienenen ersten Roman »Buddenbrooks« folgten Novellen und Erzählungen wie »Tonio Kröger«, »Tristan« und »Der Tod in Venedig«. Der 1924 veröffentlichte Roman »Der Zauberberg«, mit dem er die Tradition des europäischen Bildungsromans fortführte, zeigt Manns Gestaltungskunst: Der Erzähler wahrt eine skeptisch- ironische Distanz zu den Figuren, typische Konstellationen kehren leitmotivisch wieder, und es herrscht ein syntaktisch komplexer, anspruchsvoller Stil. Diese Merkmale prägen auch die folgenden Veröffentlichungen, unter denen die Novelle »Mario und der Zauberer«, die Romantetralogie »Joseph und seine Brüder« sowie das Spätwerk »Doktor Faustus« hervorzuheben sind. Weithin Beachtung fanden auch seine Essays und Stellungnahmen zu aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fragen. Stand er der westlichen Demokratie zunächst skeptisch gegenüber, wandelte er sich zu Beginn der 1920er Jahre zu einem überzeugten Verteidiger der Weimarer Republik. Während der nationalsozialistischen Herrschaft emigrierte er 1933 in die Schweiz und 1938 in die USA, deren Staatsbürgerschaft er 1944 annahm. Von 1952 bis zu seinem Tod lebte er wieder in der Schweiz. Thomas Mann entstammte der angesehenen Lübecker Patrizier- und Kaufmannsfamilie Mann. Sein älterer Bruder Heinrich und vier seiner sechs Kinder, Erika, Klaus, Golo und Monika, waren ebenfalls Schriftsteller.
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