Dogen Zenji, der bedeutendste Zen-Meister Japans, schrieb im 13. Jahrhundert Texte, die bis heute verstoren, begeistern und ratlos machen - oft alles auf einmal. Muho Nölke, langjähriger Abt des Klosters Antaiji in den Bergen Japans, legt sechs dieser Texte neu vor: nicht als akademische Übersetzung, sondern als Einladung zum Selbstversuch. Shoji - Leben und Sterben zeigt in wenigen prägnanten Sätzen, warum die Suche nach Befreiung vom Leiden oft genau das Gegenteil bewirkt. Bendowa - Ein Gespräch über den Weg legt das Fundament: Zazen ist keine Technik, sondern die Verwirklichung selbst. Bodaisatta-shishobo fragt, wie man das, was man auf dem Kissen geübt hat, im Alltag mit anderen lebt - ohne sich dabei zu verlieren. Uji - Sein-Zeit ist Dogens philosophisch dichtester Text: Alles Sein ist Zeit, und jeder Moment ist bereits vollständig. Tenzokyokun - Anweisungen für den Koch handelt vom Kochen - und meint das genauso ernst wie alles andere. Und Hachidaininkaku sind acht ruhige Atemzüge am Ende eines langen Lebens. Muho Nölke kommentiert diese Texte aus dreißig Jahren Klosterleben heraus: mit Geschichten aus der Küche und dem Reisfeld, mit Erfahrungen aus Zazen und Streit, mit Humor und ohne falsche Ehrfurcht. Dogen ist für ihn kein Klassiker zum Bewundern, sondern ein Gesprächspartner, der unbequeme Fragen stellt - und keine einfachen Antworten schuldet. Dieses Buch richtet sich an alle, die das Gefühl kennen, dass irgendetwas an ihrem Leben noch nicht ganz stimmt. An die, die zu viel lesen und zu wenig sitzen. Und an die, die zu viel sitzen und darüber vergessen, für andere da zu sein. Sechs Texte. Sechs Bissen. Kauen empfohlen.
Muho Nölke war viele Jahre Abt von Antaiji, einem tief in den japanischen Bergen gelegenen Zen-Kloster. Er wurde 1968 in Berlin geboren und kam mit 16 Jahren mit Zazen in Kontakt. 1993 wurde er zum Mönch ordiniert und 2001 von seinem Lehrer als eigenständigen Zenmeister anerkannt. Er beschloss, als Obdachloser in Osaka zu leben, wo er eine Zengruppe leitete. Nach dem Tod seines Meisters wurde er 2002 zum Abt von Antaiji berufen. 2020 gab er sein Amt als Abt an eine langjährige Schülerin ab und zog mit seiner Familie wieder nach Osaka. Dort leitet er heute eine Meditationsgruppe und meldet sich bei YouTube fast täglich auch auf Deutsch zu Wort.
Muho war viele Jahre Abt von Antaiji, einem tief in den japanischen Bergen gelegenen Zen-Kloster. Er wurde 1968 in Berlin geboren und kam mit 16 Jahren mit Zazen in Kontakt. 1993 wurde er zum Mönch ordiniert und 2001 von seinem Lehrer als eigenständigen Zenmeister anerkannt. Er beschloss, als Obdachloser in Osaka zu leben, wo er eine Zengruppe leitete. Nach dem Tod seines Meisters wurde er 2002 zum Abt von Antaiji berufen. 2020 gab er sein Amt als Abt an eine langjährige Schülerin ab und zog mit seiner Familie wieder nach Osaka. Dort leitet er heute eine Meditationsgruppe und meldet sich bei YouTube fast täglich auch auf Deutsch zu Wort.
Dogen
Dogen lebte von 1200 bis 1253 in Japan. Er war Mönch, Lehrer, Gründer des Klosters Eiheiji und Verfasser eines eigenwilligen Werks der Weltliteratur: des Shobogenzo, der Schatzkammer des wahren Dharma-Auges. Es ist ein Buch, das Philosophie und Lyrik, Praxis und Paradox so ineinander verwebt, dass man nie sicher ist, ob man gerade einen Gedanken verfolgt oder von ihm verfolgt wird. Dogen ist kein leichter Autor. Er wiederholt sich, widerspricht sich und schreibt Sätze, die das Denken nicht auflösen, sondern verdichten. Er stellt mehr Fragen, als er Antworten gibt. Wer mit dem Wunsch nach intellektueller Übersichtlichkeit an ihn herangeht, wird bald merken: So funktioniert das hier nicht. Und doch ist das, was er sagt, von bestechender Einfachheit.
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