So, wie in den 50er-Jahren über Kriegsverbrechen oder Sex und in den 90er über Depressionen oder Blasenschwäche geredet wurde, so wird heute allzu gerne über Suizide geredet: am liebsten gar nicht. Seit Jahren verspricht die Politik, parteiübergreifend und in allen Farben, das Thema Suizid im Sinne der Betroffenen und deren Angehörigen zu enttabuisieren. Passiert ist bisher: nichts. Ebenso wird seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidhilfe vom Februar 2020 ein neues Gesetz angekündigt, in welchem geregelt werden soll, wie Menschen, die sterben wollen, bei ihrem Wunsch zu unterstützen sind. Sechs Jahre sind seit dem Urteil vergangen. Passiert ist seitdem: nichts. Dieses nun schon dritte Beibuch beschreibt, auch und gerade im Vergleich zu anderen Ländern, das fortgeschrittene Scheitern der Politik, das Thema aus der Schmuddelecke zu holen und wirft darüber hinaus kritische Blicke auf die Rollen der Gesellschaft und der Medien, die mit dazu beitragen, dass selbst noch die Enttabuisierung tabuisiert wird.
Geboren 1964 in Euskirchen. Nach einem Studium der Philosophie und Germanistik an der Universität zu Köln zog es den Autor nach Westafrika, um sich mehrere Jahre bei der Unterstützung von Entwicklungshilfeprojekten zu engagieren. Zurück in Deutschland arbeitete er als Diplom-Verwaltungswirt fortan über 20 Jahre in der Wohnungslosenhilfe der Stadt Köln.
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