Auswirkungen der Fairtrade-Zertifizierung auf den afrikanischen Blumenanbau

Auswirkungen der Fairtrade-Zertifizierung auf den afrikanischen Blumenanbau

Das Beispiel Naivasha, Kenia

Jonathan Happ , Martin Pries (Hrsg.)

Band 4: Lüneburger Geographische Schriften

Wirtschaft & Management

ePUB

7,0 MB

DRM: Wasserzeichen

ISBN-13: 9783739269115

Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 17.05.2016

Sprache: Deutsch

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Wie können wir guten Gewissens Blumen zum Muttertag als Symbol der Zuneigung verschenken, die unter schlimmsten Arbeitsbedingungen von jungen Müttern geerntet wurden?
Die immer wieder kritisierten Zustände auf den riesigen Blumenfarmen speziell in Äquatorialafrika verunsichern viele Kunden bei ihrer Kaufentscheidung. Die Arbeitsbedingungen in den Gewächshäusern zeichnen sich durch niedrige Löhne und hohen Pestizideinsatz aus. Einen möglichen Ausweg aus dieser Situation verspricht die Siegel-Organisation „Fairtrade“, die neben agrarischen Produkten von Kleinbauern auch gewissenhafte Blumenproduzenten mit ihrem Siegel zertifiziert. Den Arbeitern soll damit eine langfristige Lebensplanung und den Produzenten eine Schlüsselrolle in der Lösung sozialer Probleme in ihrer Region ermöglicht werden.
Doch ist die Hoffnung des europäischen Fairtrade-Konsumenten gerechtfertigt, mit dem Kauf von zertifizierten Blumen ein Produkt zu erwerben, das auch hohen moralischen Ansprüchen gerecht wird? Oder handelt es sich bei dem Zertifikat um eine bloße Marketingmaßnahme?
Der Autor stellt die formulierten Ziele des Fairtrade-Handels infrage:
Kommen die Mehreinnahmen den Menschen, ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen zugute? Welchen Effekt haben die Fairtrade-Standards auf die lokale Gemeinde? Ein Vergleich von Arbeitsbedingungen und dem Engagement einer Fairtrade-Farm mit denen verschiedener konventioneller Farmen aus der Region Naivasha in Kenia gibt Aufschluss über die Auswirkungen der Zertifizierung am Produktionsstandort.
Jonathan Happ

Jonathan Happ

Jonathan Happ bereist seit vielen Jahren Ostafrika und beschäftigt sich dort mit den sozialen Folgen der Rohstoffgewinnung. Neben den Untersuchungen zur kenianischen Blumenindustrie arbeitete er bereits zu Palmenölanbau in Uganda und dem geplanten Uranabbau in Tansania. Als Promotionsstudent am Institut für Stadt- und Kulturraumforschung untersucht er derzeit die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Kenias informellen Goldminen.

Martin Pries

Martin Pries (Hrsg.)

Prof. (apl.) Dr. Martin Pries ist seit 1992 an der Leuphana Universität Lüneburg im Institut für Stadt- und Kulturraumforschung der Fakultät Kulturwissenschaften beschäftigt. Seine derzeitigen Schwerpunkte in der Forschung und Lehre liegen im Bereich der Stadtgeographie, Industriearchäologie und Kulturlandschaftsforschung.

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